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Arzneimittelstudien

Pharmastudien sind öfter positiv

APOTHEKE ADHOC, 10. August 2010, 19:16 Uhr

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Berlin -

Klinische Studien, die von der pharmazeutischen Industrie durchgeführt werden, fallen eher positiv aus als solche Studien, die von öffentlicher Hand oder Nichtregierungsorganistionen unterstützt werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der US-Kinderklinik in Boston.

Mehr als 500 klinische Studien, deren Ergebnisse im öffentlichen Register ClinicalTrials öffentlich zugänglich sind, hatten die Wissenschaftler für ihre Metaanalyse ausgewertet. In den zwischen 2000 und 2006 durchgeführten Studien waren Cholesterinsenker, Antidepressiva, Psychopharmaka, Protonenpumpenhemmer und Vasodilatoren untersucht worden.

Der Auswertung zufolge haben von der Industrie durchgeführte oder gesponsorte Studien zu 85 Prozent ein positives Ergebnis. Dagegen fällt nur jede zweite Studie zugunsten des geprüften Arzneimittels aus, wenn sie mit staatlichen Geldern unterstützt wird. Werden Untersuchungen von Nichtregierungsorganisationen gefördert, sind 61 Prozent der Ergebnisse positiv.

Ein Grund für dieses Ergebnis könne sein, dass die Industrie bei ihrer Unterstützung eher selektiv sei und womöglich nur solche Projekte fördere, die erfolgversprechend seien, geben die Forscher im Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ zu bedenken. Die Industrie wisse gut, was sie untersuchen wolle. Daher seien die entsprechenden Studien meist effizienter und besser finanziert, so die Autoren. Es würden beispielsweise vorrangig Studien der Phasen III und IV gefördert.

Die Wissenschaftler fordern, klinische Studien bereits in der Planungsphase zu veröffentlichen, um mögliche Verzerrungen der Ergebnisse zu vermeiden. Denn Medikamententests könnten auf verschiedene Weise manipuliert werden, damit die Ergebnisse günstiger erscheinen: So könnten positive Ergebnisse oder negative Resultate selektiv veröffentlicht werden. Auch das Studiendesign, die Auswahl der Probanden, die Datenanalyse oder die Art der Ergebnisdarstellung könne die Studie verzerren, so das Fazit der Forscher.

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