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Neuraminidase-Hemmer

Peramivir so wirksam wie Tamiflu

Patrick Hollstein, 14. September 2009, 17:15 Uhr

  • Infusion statt Tablette: Der Neuraminidase-Hemmer Peramivir gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung der Grippe.
Berlin -

Der Neuraminidase-Hemmer Peramivir des US-Pharmaunternehmens BioCryst gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung von Grippeerkrankungen. Seit einigen Jahren in der klinischen Erforschung, soll der injizierbare Wirkstoff vor allem im Krankenhaus und bei schwerkranken Patienten eingesetzt werden. Bei einer noch unveröffentlichten Phase-III-Studie konnte im vergangenen Winter nachgewiesen werden, dass Peramivir die Krankheitssymptome ebenso gut bessert wie Oseltamivir (Tamiflu).

1100 Patienten waren an einem von 146 Untersuchungszentren in Japan, Korea und Taiwan entweder mit Peramivir oder mit Oseltamivir behandelt worden. Die einmalige Dosis von 300 oder 600 Milligramm Peramivir wurde intravenös verabreicht; in der Vergleichsgruppe erhielten die Patienten zweimal täglich Oselmativir über einen Zeitraum von fünf Tagen.

Nach durchschnittlich 78 Stunden bei niedriger Dosierung und 81 Stunden bei höherer Dosis besserten sich in der Peramivir-Gruppe die Symptome; in der Oseltamivir-Gruppe wurde der primäre Endpunkt nach knapp 82 Stunden erreicht. Unerwünschte Wirkungen traten nach Angaben der Wissenschaftler unter Peramivir deutlich seltener auf als unter Oseltamivir.

Seit 2006 wird Peramivir weltweit in verschiedenen klinischen Studien erforscht. 2001 hatte der Pharmakonzern Johnson & Johnson die Entwicklung des Wirkstoffs wegen fehlender Nachfrage und schlechter Bioverfügbarkeit nach oraler Applikation abgebrochen. Mit der Vogelgrippe war Peramivir im Jahr 2005 als injizierbare Alternative zu Tamiflu und Relenza (Zanamivir) erneut ins Interesse der Forscher gerückt.

Für Herbst stehen zwei weitere Phase-III-Studien an, in denen die Einmalgabe von 600 mg Peramivir mit der zweimaligen Injektion von jeweils 300 mg beziehungsweise der Einmalgabe von 10 mg verglichen werden soll. Diese Studien sollen 2011 abgeschlossen werden. Das US-Gesundheitsministerium fördert die Entwicklung mit rund 100 Millionen US-Dollar.

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