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Schweinegrippe-Impfung

PEI: Keine Empfehlung für Marcumar-Patienten

APOTHEKE ADHOC, 26. November 2009, 12:53 Uhr

  • Spritzen oder nicht: Das Paul-Ehrlich-Institut hält sich mit einer generellen Empfehlung zur Impfung von Marcumar-Patienten zurück.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Ob Patienten, die das Antikoagulans Marcumar (Phenprocoumon) einnehmen, gegen die Schweinegrippe geimpft werden sollten, müssen Ärzte von Fall zu Fall entscheiden. Eine generelle Empfehlung könne derzeit nicht gegeben werden, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit. Die ideale Vorgehensweise müsse deshalb individuell im Arzt-Patient-Gespräch gefunden werden.

Das Problem: Aufgrund der Gefahr massiver Einblutung in die Muskulatur ist die intramuskuläre Injektionen unter Phenprocoumon-Therapie generell kontraindiziert. In den klinischen Studien mit Pandemrix und Celvapan ist jedoch ausschließlich die Wirksamkeit und Sicherheit von intramuskulären Verabreichungen untersucht worden.

Die Ärzte stehen damit vor dem Dilemma, entweder die Gegenanzeige zu ignorieren oder den Impfstoff alternativ subkutan zu verabreichen - zu beiden Szenarien gibt es nur wenige Daten.

Das PEI verweist auf zwei Studien mit saisonalen Grippeimpfstoffen, in denen die Verträglichkeit einer i.m.-Injektion bei Patienten mit einer antikoagulativen Therapie untersucht wurde. Darin hatten die Applikationen in den Muskel nicht zu einer Zunahme an unerwünschten Nebenwirkungen geführt. Eine allgemeine Empfehlung entgegen der expliziten Warnhinweise aus der Fachinformation will das PEI jedoch alleine auf Grundlage dieser Veröffentlichungen jedoch nicht geben.

Die bei Pandemrix nicht untersuchte subkutane Verabreichung wird in der Produktinformationen zumindest nicht ausgeschlossen. Unter Bezug auf Vergleichsuntersuchungen mit anderen Impfstoffen geht das PEI nicht davon aus, dass die Wirksamkeit von Pandemrix oder anderen pandemischen H1N1-Impfstoffe durch das Abweichen vom empfohlenen Applikationsweg (s.c. anstelle von i.m.) klinisch signifikant beeinträchtigt sein könnte. Allerdings müsse bei diesen Impfstoffen nach einer subkutanen Gabe mit einem erhöhten Risiko für ausgeprägte Lokalreaktionen gerechnet werden.

Generell empfiehlt das PEI, dass der INR-Wert (international normalized ratio) vor der Impfung nicht über drei liegen sollte. In einer Pandemiesituation sei es aber unrealistisch, bei allen Patienten unter oralen Antikoagulantien vor der Impfung den INR-Wert anzupassen oder sogar auf niedermolekulares Heparin umzustellen. Ein solches Vorgehen könne nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen werden.

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