PHARMAWESTEN
Teva / AbZ
APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller
Leberversagen

Paracetamol immer häufiger als Ursache

Désirée Kietzmann, 09. April 2008, 15:04 Uhr

  • Gefährliche Überdosierung: Paracetamol ist immer häufiger die Ursache für akutes Leberversagen.
Berlin -

Die Überdosierung von Paracetamol ist die häufigste Ursache für akutes Leberversagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe des Zentrums für Viszeralmedizin des Universitätsklinikums Essen nach der Auswertung von Patientendaten aus den Jahren 2002 bis 2005. Bei 17 von 105 Patienten war das Organversagen Paracetamol-induziert. „Die Daten bestätigen Untersuchungen aus Schweden, in denen das Schmerzmittel ebenfalls die Hauptursache für akutes Leberversagen war“, sagte Dr. Ali Canbay, Leiter der Forschergruppe, gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Für die Essener Wissenschaftler waren die Ergebnisse überraschend, da bisher die Hepatitis als häufigste Ursache für das akute Leberversagen galt. Hepatitis B war in der Untersuchung jedoch nur bei 14 Patienten als Auslöser identifiziert worden. In acht Fällen führte eine toxische Phenprocoumon-Dosis zum akuten Leberversagen.

Die Studie zeigte zudem, dass gerade Patienten mit Fettleber überdurchschnittlich oft unter den Betroffenen sind. Durch den erhöhten Fettanteil sei das Organ nicht in der Lage, eine Überdosierung von toxischen Medikamenten wie Paracetamol abzubauen, erklärte Canbay. Der Forscher fordert deshalb, dass die Leber vor der Einnahme von Paracetamol im Ultraschall von einem Mediziner untersucht wird. Da 63 Prozent der Patienten in der Paracetamol-Gruppe weiblich waren, schließen die Forscher auf ein erhöhtes Risiko für Frauen.

Das akute Leberversagen endet, wenn nicht transplaniert werden kann, in 80 Prozent er Fälle mit dem Tod. Den Angaben der Uniklinik Essen zufolge sterben deutschlandweit jährlich bis zu 500 Patienten an der schlecht therapierbaren Erkrankung. Die Essener Forscher wollen Aufkommen und Ursachen des akuten Leberversagens nur bundesweit untersuchen. Auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat sich bereits mit dem Gefährdungspotenzial von Paracetamol befasst. Es plant, Präparate mit mehr als zehn Gramm des Wirkstoffs künftig der Verschreibungspflicht zu unterstellen. Der Bundesrat muss der Neuregelung noch zustimmen.

Lesen Sie auch

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können

Doccheck Hilfstext

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Seite ist DocCheck-geschützt, das heißt, sie enthält Informationen für medizinische Fachkreise. Bitte geben Sie Ihr DocCheck-Passwort ein. Einen Zugang erhalten Sie unter http://www.doccheck.com/de/

Ihr Team von APOTHEKE ADHOC

Anzeige easyApotheke

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Kommentar

Randnotiz : Doping mit Ulle

Mutig, mutig: Der Hersteller Dr. Kurt Wolff lässt sein Anti-Haarausfall-Shampoo Alpecin künftig von Jan Ullrich bewerben. Der Ex-Radprofi hat laut dem Handelsblatt einen Dreijahresvertrag... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Bluefish: Schweden liegt in Indien

Mit den Rabattverträgen kommen den Apotheken immer mehr Exoten ins Haus. Einer von ihnen ist der schwedische Generikahersteller Bluefish. Das junge Unternehmen hat eine klare Vision: „Wir wollen für... Mehr

Weiteres