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Diabetes

Neuer Test für Nierenversagen

dpa/ APOTHEKE ADHOC, 14. Mai 2010, 11:27 Uhr

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Stuttgart -

Ein wesentliches Risiko für Diabetiker könnte künftig weniger bedrohlich sein: Ein Wissenschaftler aus Hannover will mit Urinproben von Diabetes-Patienten ein drohendes Nierenversagen auf bis zu acht Jahre vorhersagen. „Die Diabetiker müssen dann ihre Lebensweise ändern und von Ärzten entsprechend behandelt werden, so können sie die Nierenerkrankung vermeiden oder lange hinauszögern“, sagte der Medizin-Professor Dr. Harald Mischak.

Mit Hilfe des patentierten, so genannten Diapat-Verfahrens wird aus der Urinprobe eines Patienten ein individuelles Proteinmuster erstellt und mit zuvor ermittelten krankheitstypischen Proteinmustern aus einer Datenbank verglichen. Der Name Diapat ist die Kurzform für „Diagnostic Patterns“ (diagnostische Muster). Seit 2002 hat Mischak Urinproben von 2000 Diabetikern aus Australien, Europa und Amerika nachträglich untersucht. „In etwa 95 Prozent der Fälle konnten wir genau sagen, ob ein Patient schwer erkrankt, und abschätzen, in wie vielen Jahren.“

Besonders Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland immer häufiger an Diabetes erkranken, könnte das Leben mit der Urin-Analyse erleichtert werden. „Je früher ich therapiere, desto größer sind die Chancen auf ein normales, beschwerdefreies Leben.“ Wenn die Patienten wüssten, dass ihnen bei gleichem Lebenswandel die Nierenerkrankung in fünf oder sechs Jahren droht, könnten sie noch rechtzeitig reagieren, sagt Mischak.

Knackpunkt am Diapat-Verfahren könnte der Preis von 440 Euro sein. In Deutschland gebe es noch kein Übereinkommen mit den Krankenkassen, dass sie das Forschungsprojekt künftig in der Praxis bezahlen. Allerdings liefen Gespräche. Denn auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten könnten sich seine Analysen lohnen, so Mischak. Schließlich koste die Versorgung eines Dialyse-Patienten pro Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Die Zahl der Dialyse-Patienten könnte durch die Diapat-Analyse deutlich gesenkt werden, meint Mischak.

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