Schreie als Vorbote dpa, 11.06.2012 17:53 Uhr
Berlin - Schreie oder heftige Bewegungen im Schlaf haben nicht immer eine psychische Ursache. Sie könnten Jahre im Voraus auch ein Hinweis auf die neurologische Erkrankung Parkinson sein, sagte der Mediziner Professor Dr. Claudio Bassetti von der Berner Universitätsklinik für Neurologie. Werde Parkinson zum Beispiel aufgrund dieses sogenannten Schenk-Syndroms früh erkannt und rasch therapiert, sei das ein Gewinn an Lebensqualität für die Betroffenen.
Bei gesunden Menschen ist in der REM-Schlafphase die Muskulatur so erschlafft, dass sie die Erlebnisse im Traum nicht körperlich ausdrücken. Beim Schenk-Syndrom ist laut Bassetti diese als physiologische Paralyse bezeichnete Bewegungshemmung im Traumschlaf verloren gegangen. Dadurch bewegen, schreien, treten oder schlagen Betroffene um sich. Dieser Verlust entspringe einem Prozess im Gehirn, der unter anderem auch für Parkinson typisch sei. Bei vielen Parkinsonpatienten sei das Syndrom in der Nacht aufgetreten, bevor tagsüber parkinsontypische Bewegungsstörungen sichtbar wurden.
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