Schmerzmittel nur noch für 4 Tage ohne Rezept APOTHEKE ADHOC, 26.06.2012 12:15 Uhr
-
Keine Vorteilspackung mehr: Analgetika sollen nur noch für bis zu vier Tage ohne Rezept verkauft werden können.Elke Hinkelbein
Berlin - Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen könnten künftig nur noch für eine Behandlungsdauer von vier Tagen ohne Rezept erhältlich sein. Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht hat sich bei seiner heutigen Sitzung dafür ausgesprochen, künftig größere Packungseinheiten der Verschreibungspflicht zu unterstellen. Die Entscheidung hat empfehlenden Charakter für das Bundesgesundheitsministerium (BMG).
Bei ASS liegt die Tageshöchstdosis in der Selbstmedikation bei sechs Tabletten à 500 Milligramm. Die größte Packung dürfte damit 24 Tabletten künftig enthalten. Bei Diclofenac können pro Tag maximal drei Tabletten à 25 mg gegeben werden; entsprechend wäre für Packungen mit mehr als 12 Tabletten Schluss. Bei Ibuprofen liegt die Höchstdosis bei 1200 mg pro Tag, entsprechend würde es noch 24 Tabletten à 200 mg und 12 Tabletten à 400 mg geben. Bei Naproxen mit 250 mg wäre die Menge ebenfalls auf 12 Tabletten beschränkt.
Der Ausschuss hat einem Antrag des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stattgegeben. Dessen Präsident, Professor Dr. Walter Schwerdtfeger, begrüßte das Votumals wichtigen Beitrag zur Stärkung des Verbraucherschutzes: „Für uns als Überwachungsbehörde steht außer Frage, dass eine übermäßige Anwendung von Schmerzmitteln im Einzelfall schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann.“
Risiken bestünden vor allem dann, wenn Schmerzmittel ohne ärztliche Kontrolle über mehr als vier Tage eingenommen würden. „Vielen Patienten sind diese Risiken aber nicht ausreichend bewusst. Eine Begrenzung der Packungsgrößen ist deshalb ein wichtiger Schritt für mehr Information und Sicherheit der Patienten.“
- 1
- 2
Lesen Sie auch
-
Verschreibungspflicht
30er Paracetamol nur noch auf Rezept»
-
Arzneimittelmissbrauch
Verbraucherschützer: OTC nur als Kleinpackung»
- Verschreibungspflicht Paracetamol muss warten»
- Verschreibungspflicht Nachschlag zu Analgetika-Packungen»
-
Selbstmedikation
Keine neuen Analgetika-Packungen»
APOTHEKE ADHOC Debatte
Neuere Artikel zum Thema
Analgetika
Paracetamol bleibt OTC-Produkt»
OTC-Analgetika
Hersteller wappnen sich für Kleinpackungen»
Verschreibungspflicht
Pseudoephedrin/Ibuprofen für die Sichtwahl»
Nicotinpräparate
Nicorette bald als Nasenspray?»
Analgetika
OTC-Markt wird umgekrempelt»
Schmerzmittel
BfArM-Chef: Keine Analgetika-Großpackungen mehr»
Verschreibungspflicht
Keine Begrenzung für OTC-Analgetika»
Paracetamol
Weniger Suizide durch kleine Packungen»
Mehr aus Ressort
- OTC-Ausnahmeliste ASS bei KHK auf Rezept»
- ADHS-Medikamente Elvanse wird Betäubungsmittel»
- Hormonpräparate EMA: Diane 35 bleibt Therapieoption»
#15@gunnar müller
die "vorführung" findet derzeit schon im qualitätsblatt spiegel-online statt. den tenor der kommentatoren kann sich sicher jeder vorstellen. so läuft kommunikation heute...
#14Werden wir hier nicht wieder einmal "vorgeführt"....?
Ich halte eine Diskussion für völlig unangebracht - denn 1. es entscheiden andere über diese Fragestellung 2. Es gibt für Apotheker momentan drängendere Probleme als der Arzneimittel-Abusus, dem ich mich ansonsten bei jeder "Coffeinum N"-Anfrage (200 mg = 4 Tassen Kaffee pro Tablette...) jedes Mal stelle 3. Während die Abgabe über Versand-"Apotheken" locker florieren dürfte (Gesetzgeber. Hallo. AUFWACHEN !! Und erst die BERATUNG dort...!?!) 4. Und wir "treuen" Apothekerleins dann wieder dumm aus der Wäsche gucken als DIE Spielverderber der Nation ....... (klare Anweisung "Verbot der Angabe von mehr als einer Packung"!!) Und die "Umfrage", liebes adhoc-Team, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Mir fehlt bspw. die Antwort: - Die Fachleute beschließen es - und die Apotheken müssen es dann wieder "ausbaden" Fazit: Bevor ich dann ankreuze "keine Meinung" - nehme ich zwangsweise lieber nicht teil (denn ich HABE eine Meinung). Auch auf die Gefahr hin, daß meine Meinung nicht in die Umfarge eingeht. P.S. Ich habe natürlich das Team angeschrieben............
#13@w. eisele
sollte kein kommentar zur "imagepflege" sein. wollte nur kurz darstellen, was die mediale zunft aus dieser "geschichte" machen wird.
#12@#10
Das ist mir auch klar, aber inzwischen ist mir das vollkommen egal, es darf doch sowieso jeder Schmierenjounalist, Leserbriefschreiber und Blogger über uns herziehen. Davor hab ich schon lange keine Angst mehr. Des dauernde Apothekenbashing hat mich in dieser Hinsicht total abgestumpft. Und vom guten Image kann ich leider weder Mitarbeiter noch Miete bezahlen.
#11@ 5: Verunglimpfung ?
Wie bitte ? "verunglimpfen" ??? Ich glaube, Sie verwechseln Ursache und Wirkung ! Seit 14 Jahren engagiere ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten über emine eigene Apotheke hinaus für die Belange der Apotheken. Sie ahnen nicht, wie viele Gespräche ich mit Politikern und Journalisten geführt habe, an wie vielen Podiumsdiskussionen ich teilgenommen habe. Und noch weniger ahnen Sie, wie oft ich mir bei diesen Gelegenheiten Unwahrheiten über die Apotheken und Unverschämtheiten anhören musste, wie oft ich schamlos angelogen wurde. Berechtigte Kritik nehme ich gerne an. Aber die Art und Weise, wie die Politiker quer durch die Parteien mit den Apotheken umgehen, ist absolut bodenlos - und die Politik ist es nur nicht gewöhnt, dass wir Apotheker mal den Mund aufmachen und uns ausnahmsweise mal wehren. Wer mich kennt, weiss, dass ich ein extrem gutmütiger und umgänglicher Mensch bin. Aber irgendwann ist der Bogen überspannt. Und was die Schmerzmittel anbelangt: Es bedarf lediglich einer einzigen klitzekleinen Verordnung, Analgetika aus dem Versand herauszunehmen. Das ist noch viel einfacher, als ein Rx-Schmerzmittel dem BtM-Recht zu unterstellen, was ja aktuell geschene ist. Die Politik müsste nur wollen. Und da sind wir wieder bei Lug und Trug - den Blubberern ist im Detail bekannt, wie viele Nasensprays und Abführmittel via Versand laufen, weil wir Offizinapotheker unserer Pflicht, zu beraten (ABzuraten) nachkommen. Wettbewerb scheue ich nicht. Aber ich hasse es, ständig an der Nase herumgeführt zu werden.
#10@w. eisele
der beschriebene "kleine Lichblick" wird den apothekern um die ohren gehauen. letztlich wird es wieder heissen, die apotheker kriegen den hals nicht voll und nehmen die bevölkerung aus. die hintergründe werden keinen interessieren... so läuft doch das tägliche spiel im apothekenhamsterrad.
#9@#5
Verunglimpfen ist wohl nicht das richtige Wort, denn das bedeutet jemand Unfähigkeit zu unterstellen. Diejenigen, die so was ausbrüten, haben sich damit aber schon selbst und freiwillig als geistige Tiefflieger geoutet, da gibtzs nichts mehr zu verunglimpfen! Und wer seine Leber zukünftig nicht mehr mit PCM abschießen darf dem bleibt ja immer noch der Alkohol. Den gibts billig, unreglementiert und kartonweise bei jedem Discounter.
#8Schwachsinn
Ich halte das zwar für einen ausgemachten Schwachsinn und diese gängelung der angeblich mündigen Bürger (die sich das zeug ja dann tonenweise im Netz bestellen können) für unerträglich. Ein einziger Lichtblick: an 3 kleinen Packungen ist der Rohertrag wahrscheinlich höher als an einer großen.. Manchmal frag ich mich wie die Menschen im Rest der Welt überleben ohne eine solch fürsorgliche Regierung! Eigentlich müßte sich halb Amerika schon mit Analgetika ins Jenseits befördert haben. Als nächtes müßte eine Mengenbegrenzung bei Zucker, Fett, Alkohol und Zigaretten kommen, damit kann man sich wohl mit weit größerer Wahrscheinlichkeit schaden oder umbringen! Komplett bescheuert ist das natürlich im Hinblick auf versand und Pick-up, oder glaubt jemand daß die dm-Verkäuferin einem Kunden sein Aspirin verweiogert wenn er 3 Tage hintereinsander kommt? Das müßte mann mit einem Eintrag im Ausweis koppeln, so wie früher beim Schnapskauf in Schweden. Das wär doch wirklich was für Liberale!
#7Bezahlung
@ 6 Ich werde von niemandem bezahlt. Aber ich spare mir Desillusionierungen, indem ich den Tatsachen ins Auge blicke. Wenn die Bezeichnung "Troll" und "Systemling" eine Beleidung sein sollte, geschenkt.
#6Was für ein sinnloses Unterfangen...
ist das denn wieder...dann kauft man sich halt mehrere Packungen.... Was soll eine Regelung, die einfachst umgangen werden kann... Und wir müssen auch noch mal wieder den gleichen Sermon monatelang runterrasseln, um dem Kunden diese im Endeffekt pragmatisch sinnlose Regelung zu erklären... Vielleicht verdienen wir dann mal mehr an einer Packung und davon verkaufen wir ja mehr...jippiii ...ob das es rausreisst ? kleine msg an Herrn Hupe... wer bezahlt Sie denn fürs Troll-Spielen, sie Systemling
#5 Verunglimpfung; Versandverbot
@ 2 1. Hören Sie auf, die Politiker dermaßen zu verunglimpfen. Das geht echt zu weit. Ich möchte Sie hören, wenn sich die Politiker über uns öffentlich so äußern würden. 2. Es ist überhaupt nicht einfach, den Versand von Analgetika zu verbieten. Und, da haben Sie recht, es ist auch nicht gewollt. Und zwar nicht nur von den Politikern, sondern auch von der Bevölkerung.
#4also ich find das gut
allerdings nur, wenn wir dafür dann auch ein beratungsprotokoll ausfüllen dürfen, das wir dann vom Kunden gegenzeichnen lassen und fünf jahre aufheben können. bei der abgabe mehrere packungen müssen dann auch mehrere kunden und eine entsprechende anzahl des pharmazeutischen personals unterschreiben. da das natürlich nur unter vorlage des gültigen personalausweises im original geht, haben wir einen deutlichen vorteil gegenüber den versandapotheken. endlich mal. und da meckert noch jemand?
#3@2 ist klar...
grundsätzlich kann ich als Apotheker das auch unterstützen, die Realität ist aber, das Arzneimittelsicherheit ist in Zeiten politisch unter allen Umständen gewolltem und mit allen Mittel schöngeredeten Versandhandels kein Wert an sich mehr. D.h. es läuft darauf hinaus was ich geschrieben habe und unter den Voraussetzungen ist es sinnlos.
#2@ 1: NICHT sinnlos
Nein, das ist NICHT sinnlos, wenn man - wie wir Pharmazeuten es gelernt haben - den Gedankengang zu Ende denkt: Wenn dem Gesetzgeber sooooooo viel an der Gesundheit der Bevölkerung liegt, dann wird 1. zwingend die Diskussion "Aufhebung Apothekenpflicht" sofort beendet 2. der Versand von Analgetika und anderer geföährlicher OTC's VERBOTEN. Wäre sooooo einfach. Wenn man denn wollte. Wobei ich angesichts der desolaten geistigen Verfassung der allermeisten Parlamentarier natürlich davon ausgehe, dass dieses ganzheitliche Denken mehrere Etagen zu hoch ist. Der Ansatz des Sachverständigenausschusses an sich ist meines Erachtens GUT, ich würde die Empfehlungen als Apotheker mittragen können.
#1Das ist sowas von sinnlos..
was soll in Zeiten ungezügelten Versandhandels mit OTC Arzneimitteln eine solche Beschränkung ? Der Apotheker darf dann mit Engelszungen dem Patienten erklären, dass er nur noch genau eine Packung für 4 Tage bekommt und wehe er kommt am dritten Tag schon wieder. Im Internet oder beim PickUp bestellt man dann eben ohne Diskussion soviel man will. Danke schön, das ist wirklich gelebter Verbraucherschutz.