„Pille danach“: Klinik gefragt Karoline Schumbach, 02.07.2012 15:36 Uhr
Berlin - In den Notaufnahmen der Kliniken sind am Wochenende nicht nur Knochenbrüche und Schürfwunden zu behandeln, sondern auch junge Frauen zu versorgen: Weil nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr schnelle Hilfe gesucht wird, die Arzpraxen aber geschlossen sind, gehen sie in die Notfallambulanzen.
Wissenschaftler der Charité in Berlin haben in einer aktuellen Versorgungsstudie die Verordnungshäufigkeit von Notfallkontrazeptiva aus den Jahren 2007 bis 2010 analysiert. 70 Prozent aller Verordnungen über die „Pille danach“ wurden Samstags und Sonntags geschrieben.
Insgesamt 860 Erste-Hilfe-Scheine wurden ausgestellt. Die Frauen waren durchschnittlich 25 Jahre alt. 55 Prozent der Anwenderinnen gaben an, ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Bei 34 Prozent hatte das Kondom versagt. Jede zehnte Patientin hatte die Pille vergessen. Die meisten Verordnungen gab es im Mai, Juli und Dezember.
Obwohl moderne Notfallkontrazeptiva bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden können, suchten die Hälfte der Frauen 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr die Klinik auf. Die Wissenschaftler sehen daher weiterhin einen hohen Bedarf an Beratung und Verschreibung der „Pille danach“ im Kontext einer Kliniknotfallambulanz.
Eine weitere Studie hatte gezeigt, dass wochentags vor allem niedergelassene Arztpraxen aufgesucht werden. Besonders häufig werden dort Montags Notfallkontrazeptiva verordnet.
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