Parkinson fängt in Nase an dpa, 12.06.2012 12:40 Uhr
Berlin - Ein einfacher Riechtest kann wichtige Hinweise auf eine beginnende Parkinson-Erkrankung geben. Der Neurologie-Professor Dr. Heinz Reichmann von der Technischen Universität Dresden hat Patienten untersucht, die mit 50 oder 60 Jahren ihren Geruchssinn verloren hatten. Etwa 10 Prozent von ihnen zeigten auch nach einer speziellen Ultraschalluntersuchung und biochemischen Tests frühe Zeichen von Parkinson.
Anhand von Tierversuchen an Mäusen fand Reichmann nun Hinweise darauf, dass Parkinson seinen Ausgang tatsächlich in der Nase nimmt. Dort bilde sich zuerst eine Ansammlung von sogenannten Lewy-Körperchen, die eine Parkinson-Erkrankung signalisierten.
Morbus Parkinson beginnt demnach nicht in den motorischen Zentren des Gehirns, sondern in Nervenzellen des Geruchssinns und pflanzt sich Zelle für Zelle weiter fort: zunächst in Richtung Magen und von dort über den Vagusnerv zum Gehirn. „Dieses Wissen gibt uns vielleicht einmal die Möglichkeit, die Krankheit noch viel früher zu entdecken und ihre Ausbreitung zu unterbinden", sagte Reichmann.
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