Arzneimittelbewertung

Neue Chance für Trajenta APOTHEKE ADHOC, 06.08.2012 15:04 Uhr

Berlin - Die Pharmakonzerne Boehringer Ingelheim und Eli Lilly können ihr gemeinsam vermarktetes orales Antidiabetikum Trajenta (Linagliptin) vielleicht doch bald in Deutschland anbieten: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat entschieden, dass die Hersteller ein neues Dossier über den Zusatznutzen vorlegen dürfen. Aufgrund eines Konfliktes mit dem G-BA hatten die Hersteller ihr Medikament nur formal auf dem deutschen Markt eingeführt, aber nicht ausgeliefert.

Im vergangenen Jahr hatten Boehringer und Lilly erstmals ein Dossier vorgelegt, in dem ihr Antidiabetikum mit Sinagliptin vergleichen wurde. Der G-BA sprach sich jedoch für Sulfonylharnstoffe als Referenz aus.

Sowohl das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als auch der G-BA fanden daher keinen Zusatznutzen für Linagliptin. Weil für DPP4-Inhibitoren kein Festbetrag existiert, mussten die Hersteller trotzdem einen Preis mit dem GKV-Spitzenverband aushandeln. Die Preisvorstellungen fielen allerdings so unterschiedlich aus, dass die Konzerne das Medikament auch offiziell aus der Lauer-Taxe und damit aus dem Handel nahmen.

Nun gibt es eine zweite Chance für Trajenta: Die vom pharmazeutischen Unternehmer zur Verfügung gestellten Informationen reichten aus, um eine erneute Nutzenbewertung zu beantragen, heißt es beim G-BA. Lilly und Boehringer müssen nun binnen drei Monaten ein neues Dossier einreichen.

Eigentlich hätte ein neues Dossier erst ein Jahr nach dem ersten negativen Bescheid nachgereicht werden dürfen. Mit der kürzlich verabschiedeten AMG-Novelle kam die Koalition den Herstellern jedoch entgegen: Demnach sollen die Unternehmen „jederzeit eine erneute Nutzenbewertung beantragen“ können – auch innerhalb der Jahresfrist. Der G-BA bezog sich bei seiner Entscheidung bereits auf die vorgesehene Neuerung.

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