IQWiG: Kein Zusatznutzen für Fampyra APOTHEKE ADHOC, 02.05.2012 14:19 Uhr
Berlin - Das MS-Therapeutikum Fampyra (Fampridin) hat aus Sicht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keinen Zusatznutzen. Der Hersteller Biogen Idec hatte nicht die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geforderten Daten geliefert.
Als Vergleichstherapie hatte der G-BA Krankengymnastik entsprechend der Heilmittelrichtlinie und eine optimierte MS-Standardtherapie festgelegt. In dem eingereichten Dossier des Herstellers ist laut IQWiG jedoch nicht zu erkennen, inwieweit die bei den Patienten durchgeführte Krankengymnastik der Heilmittelrichtlinie entspricht oder, falls die Behandlung davon abweicht, dennoch sinnvoll ist. Außerdem sei in den vorgelegten Studien nicht zu erkennen, inwieweit die Patienten optimal medikamentös eingestellt waren.
Fampyra ist für MS-Patienten indiziert, bei denen die Gehfähigkeit verbessert werden soll. Der Kaliumkanalblocker verstärkt die Aktionspotentiale in den Axonen der Nervenzellen. In der Zulassungsstudie konnte das Mittel so die Gehfähigkeit im Vergleich zu Placebo signifikant verbessern. Fampyra muss alle zwölf Stunden auf nüchternen Magen eingenommen werden.
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