Immuntherapie bei Glioblastom Benjamin Rohrer, 25.05.2011 12:04 Uhr
Berlin - Das US-Pharmaunternehmen Northwest Biotherapuetics und das Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) forschen derzeit an einer neuen Therapie des Glioblastoms. Die Forscher versuchen, eine körpereigene Immunreaktion anzustoßen und so die Zellen des sehr aggressiven Gehirntumors zu bekämpfen.
Bislang war eine Behandlung des Glioblastoms nur mit chirurgischen Eingriffen, Bestrahlung oder Chemotherapie möglich. Trotz erheblicher Risiken und Nebenwirkungen waren die Erfolgsaussichten nicht gut: Patienten mit Gioblastom haben nach der Diagnose eine durchschnittliche Lebenserwartung von 14 Monaten.
Unter dem Namen DCVax hatte Northwest die Therapie in den USA entwickelt. Da Krebszellen vom Körper nicht als fremde Zellen erkannt und somit bekämpft werden, wollen die Forscher die Zellen als körperfremd markieren. Im Labor werden dazu Monozyten isoliert und zu so genannten Dendritischen Zellen differenziert.
Den Forschern ist es gelungen, diese Zellen auf patienteneigene Tumorzellen zu prägen: Das Immunsystem des Patienten erkennt die Krebszellen dann als körperfremd und beginnt, sie zu bekämpfen. Bei der Therapie müssten dem Patienten also immer wieder Dendritischen Zellen injiziert werden, die zuvor auf den eigenen Tumor geprägt wurden. In den USA konnte Northwest bei Studien schon die ersten klinischen Erfolge verzeichnen.
In der Kooperation mit dem IZI soll das Therapievrfahren nun an die europäischen Vorschriften angepasst werden. Ziel der Kooperation ist eine behördliche Genehmigung des Verfahrens und die Einleitung von ersten klinischen Studien in Europa. Sollte sich die Methode als erfolgreich herausstellen, könnten auch andere Krebsarten damit behandelt werden.
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