Telemedizin

Höhere Sterblichkeit bei Ferndiagnose APOTHEKE ADHOC, 23.04.2012 14:05 Uhr

Berlin - Per Ferndiagnose zum Rezepte: Auch in Deutschland bieten Versandapotheken ihren Kunden diesen Service. US-Forscher haben aber festgestellt, dass Patienten, die telemedizinisch behandelt wurden, häufiger sterben als Patienten, die ihren Arzt regelmäßig sehen. Diese Entdeckung ist ein Nebeneffekt einer Untersuchung, bei der herausgefunden werden sollte, ob sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Notdienstbesuche durch Telemedizin reduzieren lässt.

Durchgeführt wurde die Studie von 2009 bis 2011 an der Mayo Clinic, einer Non-Profit-Organisation in Minnesota. Die Wissenschaftler beobachteten 205 Patienten im Durchschnittsalter von 80 Jahren, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Rehospitalisierung hoch war. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine wurde wie gewohnt von einem Arzt behandelt, die andere via Telemedizin inklusive täglicher Anamnese und Videokonferenz.

Für einen Zeitraum von zwölf Monaten prüften die Wissenschaftler, wie häufig die Patienten in Krankenhäuser eingewiesen wurden oder Notdienste in Anspruch nehmen mussten. Dabei stellten die Forscher keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen fest. Auffällig war jedoch, dass die Sterblichkeit in der Telemedizin-Gruppe mit 14,7 Prozent deutlich über der der anderen Patienten (3,9 Prozent) lag.

Die Ursachen für diesen Effekt haben die Wissenschaftler nicht untersucht. Sie vermuten jedoch, dass sich der Unterschied auf die unerwartet niedrige Mortalität in der konventionell behandelten Gruppe zurückführen lässt. Alternativ könne es auch sein, dass die Durchführung unnötiger Tests in der Telemedizin-Gruppe zu der höheren Sterblichkeit geführt habe.

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