Antiadiposita

Endokrinologen sehen Appetitzügler kritisch APOTHEKE ADHOC, 28.08.2012 12:37 Uhr

Berlin - In den USA wurden in den vergangen Wochen gleich zwei neue Antiadiposita zugelassen. Mit dem Serotonin-Agonisten Belviq (Lorcaserin) können adipöse Patienten seit Ende Juni behandelt werden. Im Juli wurde Qsymia (Phentermin/Topiramat) zugelassen. Die Produkte der Hersteller Arena beziehungsweise Vivus können ab einem Body Mass Index (BMI) von 30 eingesetzt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) geht davon aus, dass diese Mittel auch in Europa zugelassen werden. Die Wirkung der neuen Mittel sei aber begrenzt. Daher empfehlen die Endokrinologen, zunächst weitere Daten zur Wirkung und zu Nebenwirkungen abzuwarten.

Die DGE weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Appetitzügler wegen erheblicher Nebenwirkungen vom Markt genommen werden mussten. So hatte die EU-Kommission im Oktober 2008 entschieden, die Zulassung von Acomplia (Rimonabant) ruhen zu lassen. Das Präparat des Pharmakonzerns Sanofi hatte schwere psychische Krisen bis hin zu Selbstmordgedanken bei einigen Patienten ausgelöst.

Auch das Abbott-Präparat Reductil (Sibutramin) wird seit 2010 nicht mehr eingesetzt. Derzeit sind in Deutschland nur noch die beiden Orlistat-haltigen Mittel Alli (GSK) und Xenical ( Roche) auf dem Markt. Auch diese standen unter Verdacht, Leberschäden zu verursachen.

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