Kardiologie

Ausdauersport bei Herzinsuffizienz dpa, 13.07.2012 17:51 Uhr

Berlin - Menschen mit einer Herzschwäche sollten körperliche Belastung meiden – so lautet eine weit verbreitete Ansicht. Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben in einer Studie das Gegenteil gezeigt: Nicht Ruhe, sondern Ausdauersport verbessert das Leiden von Herzschwächepatienten. „Außerdem konnte der Nachweis erbracht werden, dass das Ausdauertraining keinesfalls nur jüngeren, sondern auch über 70-jährigen Herzschwäche-Patienten hilft“, sagt Forschungsleiter Dr. Stephan Gielen. Die Ergebnisse der Studie waren 2010 in der Fachzeitschrift der American Heart Association „Circulation“ veröffentlicht worden.

Menschen mit chronischer Herzschwäche leiden nach Angaben der Experten unter Luftnot und werden rasch müde. Allein im Jahr 2009 wurden nach Angaben der Herzstiftung in Deutschland mehr als 363.000 Patienten mit Herzschwäche im Krankenhaus stationär behandelt. Rund 49.000 seien an der Herzinsuffizienz gestorben.

„Eine Begleiterscheinung der Krankheit ist der schleichende Muskelabbau im ganzen Körper, die Menschen verlieren an Gewicht, werden dünn und wirken ausgezehrt“, sagte Gielen. Ein Medikament gegen den Muskelabbau gebe es bislang nicht. An der von 2005 bis 2010 laufenden Studie beteiligten sich seinen Angaben zufolge 120 Menschen, davon 60 Patienten mit chronischer Herzschwäche und 60 gesunde Menschen. „Um altersabhängige Effekte untersuchen zu können, gab es zwei Altersgruppen: 55 Jahre und jünger sowie Teilnehmer im Alter von 65 Jahren und älter“, sagte der Mediziner.

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