Apotheker müssen Carboplatin filtrieren Karoline Schumbach, 06.06.2012 12:10 Uhr
Berlin - Weil beim Zytostatikum Carboplatin Versorgungsengpässe drohen, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den Rückruf der Präparate fast aller Hersteller ausgesetzt. Bis zum 13. Juni können die Produkte angewendet werden – vorausgesetzt, die Infusionslösungen sind frei von sichtbaren Partikeln und werden vor der Verwendung mit Partikelfiltern von höchstens 5 µm filtriert. Carboplatinhaltige Lösungen, bei denen Partikel oder Kristalle mit bloßem Auge erkennbar sind, sind nicht verkehrsfähig.
Die Filtrierung soll durch das Klinik- oder Apothekenpersonal vor der Applikation durchgeführt werden. Das BfArM fordert die Hersteller auf, bis Freitag geeignete Filtersysteme für ihre Präparate vorzuweisen. Danach soll das Klinik- und Apothekenpersonal informiert werden.
Bislang sind laut BfArM keine Lieferengpässe bekannt. Als Therapiealternative stehe auch Cisplatin zur Verfügung. Allerdings will die Behörde sicher gehen, dass ausreichend Infusionskonzentrate des Zytostatikums verfügbar sind.
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