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Schweinegrippe

Experten warnen vor Grippe-Welle

dpa, 03. November 2009, 09:42 Uhr

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Berlin -

In Deutschland steigt die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen pro Woche, und das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit weiteren Todesfällen. „Die Welle, die wir für den Herbst erwartet haben, hat begonnen“, sagte RKI-Präsident Professor Dr. Jörg Hacker. Weitere Todesfälle und schwerere Krankheitsverläufe seien für die Zukunft nicht auszuschließen.

Hacker wertete es als „Warnsignal“, dass es bei einer der sechs gestorbenen Schweinegrippe-Patienten in Deutschland keine Vorerkrankungen gab. Am Freitag war in der Universitätsklinik Bonn eine 48 Jahre alte Mutter von vier Kindern verstorben. Ende Oktober registrierte das RKI rund 3000 Fälle der Neuen Grippe pro Woche. Die meisten Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner leben in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit den spürbar steigenden Krankheitszahlen habe die Schweinegrippe wieder das Niveau der ersten kleine Welle im Juli und August erreicht, sagte Hacker. Der Unterschied sei aber, dass die Oktober-Erkrankungen nicht durch Urlaubsreisen eingeschleppt wurden, sondern die Patienten sich in Deutschland angesteckt hätten. Die Zunahme der Fälle werde wahrscheinlich noch eine Weile anhalten.

Seit Mitte Juni sind für Deutschland fast 30.000 Schweinegrippe-Fälle registriert. In der Realität dürften es weitaus mehr sein, da nicht jeder Kranke zum Arzt geht. Hacker spricht von einer „partiellen Untererfassung“.

Nach RKI-Angaben wurden bislang in Deutschland keine mutierten Schweinegrippe-Viren entdeckt. Es sei auch noch kein Fall von Resistenz gegen das Grippemittel Tamiflu bekannt geworden.

Die saisonale Grippe sei in Deutschland in diesem Herbst noch nicht aufgetaucht. Dennoch ist sie nicht minder gefährlich. Die saisonale Grippe verursacht laut RKI jedes Jahr ein bis fünf Millionen zusätzliche Arztbesuche. Etwa 5000 bis 20.000 Patienten müssen in eine Klinik, 8000 bis 11.000 sterben. In einigen Jahren, wie in der Saison 1995/96 gebe es sogar bis zu 30.000 Todesfälle.

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