Windpocken/Gürtelrose

Varizellen: Ein Virus, zwei Krankheiten Nadine Tröbitscher, 30.03.2017 12:42 Uhr

Berlin - Eine Windpockenimpfung soll auch vor Gürtelrose schützen. Wo aber persistiert das Virus in unserem Körper über viele Jahre, ohne Schaden zu nehmen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden Erkrankungen und wie werden sie behandelt?

Der Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Windpocken ist seit Längerem bekannt. Der erste Kontakt mit dem Erreger Varizella zoster findet meist im Vorschulalter durch eine Tröpfcheninfektion statt. Nach etwa zwei Wochen entsteht ein juckender Ausschlag auf der Haut. Sind die Windpocken überstanden, wandern die Viren in die Hirnnerven und Nervenwurzeln des Rückenmarks. In den Nervenknoten verbleiben sie in einer Art „Schlaf“. Werden sie durch Stress, UV-Strahlung, ein schwaches Immunsystem oder durch das erreichte höhere Alter reaktiviert, entsteht eine Gürtelrose.

Im Gegensatz zu den Windpocken tritt die Reinfektion lokal begrenzt auf. Betroffen können Hautstellen an Brust, Bauch, Rücken oder Kopf sein. Besonders gefährlich kann es werden, wenn die Viren in Auge oder Ohr eine Gürtelrose hervorrufen. Ein Zoster ophthalmicus kann Sehstörungen bis zur Erblindung zur Folge haben. Ein Zoster oticus kann Gesichtslähmungen verursachen.

Zu Beginn der Erkrankung fühlen sich die Betroffenen schwach, abgeschlagen und nur selten fiebrig. Auf der Haut sind meist noch keine Symptome sichtbar, dennoch spüren die Patienten brennende Schmerzen oder eventuell Juckreiz. Erst einige Tage später zeigt sich die Rose durch Rötung und Bläschen, die einzeln oder in Form von Rosetten auftreten können. Die Bläschen platzen, verkrusten und das Virus zieht sich wieder zurück und kann Narben oder eine Pigmentierung hinterlassen. Auch die Nervenschmerzen können über eine längere Zeit andauern.

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