Repetitorium Abführmittel

Natriumpicosulfat: Wirkverlust durch Antibiotika Nadine Tröbitscher, 17.07.2017 14:26 Uhr

Berlin - Risse der Sehnen und mögliche bleibende Schäden haben die Fluorchinolone in ihrer Anwendung eingeschränkt. Apotheker müssen bei der Abgabe der Antibiotika nicht nur auf mögliche Nebenwirkungen, sondern auch auf Wechselwirkungen hinweisen – möglich ist eine Verminderung der abführenden Wirkung von Natriumpicosulfat.

Fall: Eine ältere Dame leidet an einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung und hat vom Arzt ein Antibiotikum verordnet bekommen. Levofloxacin steht auf dem Rezept. Gleichzeitig benötigt die Frau ein Abführmittel, von Zeit zu Zeit leide sie an Verstopfung und komme mit den Natriumpicosulfat-Tropfen gut zurecht. Aktuell sei wieder eine schwierige Zeit.

Analyse: Die Verordnung stellt die Apotheke vor zwei Hürden. Zum einen soll Levofloxacin nur als letztes Mittel verordnet werden. Ärzte sollten auf Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer am besten erst dann zurückgreifen, wenn alle anderen Wirkstoffe zuvor versagt haben. Zum anderen können Antibiotika die abführende Wirkung der Tropfen reduzieren.

Die Ursache liegt im Dickdarm. Hier wird Natriumpicosulfat von den Darmbakterien in freie Diphenole umgewandelt, die die eigentliche Wirkform darstellen. Da Antibiotika auch die gesunde Darmflora in Mitleidenschaft ziehen und auch natürlich vorkommende Bakterien abtöten, kann die Umwandlung des Abführmittels ausbleiben.

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