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Innerbetriebliche Konkurrenz: Wie der Kollege tickt dpa/APOTHEKE ADHOC, 11.05.2017 11:24 Uhr

Aschaffenburg - Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Nur weil diese Weisheit wohl jeder kennt, muss sie aber noch lange nicht stimmen. Unter Kollegen kann ein Zuviel an Konkurrenz genau das Gegenteil bewirken. Auch in Apotheken kann die Stimmung mit steigender innerbetrieblicher Konkurrenz umschlagen. Wer macht den höchsten Umsatz, die meisten Zusatzverkäufe und hat die besten Aktionsideen?

Nur einer bekommt die Teamleitung, nur eine Idee wird umgesetzt, und nicht jeder erhält eine Gehaltserhöhung: Konkurrenz unter Kollegen ist in den meisten Jobs an der Tagesordnung. Denn nur einer kann der Verantwortliche für die Rezeptur, die Kosmetik, die Aktionen oder die Betreuung der Praktikanten sein, der Stellvertreter ist eben immer die Nummer 2. Das kann für jeden Einzelnen ein Ansporn sein, noch eine Schippe drauf zu legen.

Dann belebt Konkurrenz tatsächlich das Geschäft – so wie es das alte Sprichwort besagt. Wenn es zu viel wird oder eine persönliche Ebene erreicht, kann Konkurrenz aber genau das Gegenteil bewirken: nämlich die Leistungen der Mitarbeiter schmälern und so im Endeffekt dem gesamten Unternehmen schaden. So weit muss es aber nicht kommen.

Diplom-Psychologe und Coach Jürgen Junker vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen unterscheidet zwei Arten von Konkurrenz: den persönlichen Wettstreit und den Wettkampf der Ideen. Konkurrieren Ideen oder Vorschläge, könne ein solcher Wettstreit das Angebot des Unternehmens verbessern. „Wenn Menschen etwa um eine Beförderung im Wettbewerb stehen, gibt es einen Sieger und einen Verlierer. Der Verlierer ist demotiviert“, erläutert Junker. „Das ist nicht förderlich.“

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