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Zielpreise auf Eis gelegt

Désirée Kietzmann, 18. April 2008, 14:25 Uhr

  • Noch nicht gestorben: Obwohl das Zielpreismodell für die AOK derzeit nicht interessant ist, zeigen sich sowohl die Krankenkasse als auch der Deutsche Apothekerverband weiter gesprächsbereit.
Berlin -

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben ihre Überlegungen zu Zielpreis vereinbarungen offenbar zunächst auf Eis gelegt. „Das Zielpreismodell hat keinen Anklang gefunden“, sagte der Sprecher des AOK-Bundesverbandes, Udo Barske, zum Ausgang einer Sitzung eines speziellen Projektausschuss gegenüber APOTHEKE ADHOC. Der AOK-Bundesverband hatte am Mittwoch intern über die vom Deutschen Apothekerverband (DAV) vorgeschlagenen Zielpreise diskutiert.

Barske signalisierte dennoch Gesprächsbereitschaft: „Wir sind für alle interessanten Möglichkeiten offen.“ Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christoph Hermann, bezeichnete das Konzept auf dem DAV-Wirtschaftsforum in Baden-Baden zwar als „nicht tot“. Derzeit sehe die AOK jedoch bei den Rabattverträgen wesentlich größere Einsparpotenziale.

Ein DAV-Sprecher zeigte sich auf Nachfrage von APOTHEKE ADHOC überzeugt davon, dass sich die AOK nicht „auf immer und ewig auf Rabattverträge festlegen wird“. Das Zielpreismodell bleibe weiterhin auf dem Tisch und werde in den regelmäßigen Treffen zwischen AOK und DAV weiter diskutiert, so der Sprecher. „Wir verfeinern das Modell gern“, sagte er. Im Gegensatz zu den Rabattverträgen seien Zielpreise juristisch unproblematisch. Zudem würden Zielpreisvereinbarungen zu planbaren Einsparungen für die Krankenkassen führen. Der Sprecher zeigte sich deshlab optimistisch, dass - trotz des ablehnenden Urteils des AOK-Bundesverbandes - einzelne Landes-AOKen das Modell interessant finden werden.

Nachdem ein Großteil der geplanten bundesweiten AOK-Rabattverträge der zweiten Generation am juristischen Widerstand verschiedener Hersteller gescheitert war, hatte der DAV den Kassen Anfang März sein Konzept vorgestellt. Kritik hatte es sogleich vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) gegeben, der Nachteile für die Industrie befürchtete. In der Zwischenzeit haben verschiedene Landes-AOKen regionale Rabattverträge mit Herstellern geschlossen.

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