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Herstellerrabatt

VFA stellt sich gegen Pharmafirmen

Janina Rauers, 04. August 2010, 17:23 Uhr

  • Ärger mit der Preisschaukel: Nicht alle Hersteller wollen einlenken.
Berlin -

Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) hat sich im Streit um die so genannte Preisschaukel auf die Seite von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) gestellt: „Wir respektieren und akzeptieren den Geist dieses Gesetzes“, sagte der VFA-Vorsitzende Dr. Wolfgang Plischke (Bayer). Kein Unternehmen sollte gegenüber den Kassen einen reduzierten Zwangsrabatt berechnen - „ganz gleich, ob vor kurzem Preisveränderungen vorgenommen wurden oder nicht“. Bei richtiger Auslegung des Gesetzes gebe es keine Gesetzeslücke.

Allzu schwer dürfte dem VFA die Positionierung nicht gefallen sein: Bis auf Merck Serono, das über seinen Mutterkonzern im VFA vertreten ist, hat offenbar kein Mitglied des Verbands die Preisschaukel genutzt: Ein Großteil der vorübergehend angehobenen Preise betrifft Produkte von Hexal/Sandoz/Neocorp sowie Fresenius Kabi. Die Firmen waren am Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bei Merck bleibt man trotz VFA-Linie bei seiner Position: Für das Zytostatikum Erbitux (Cetuximab) werde man nach der Preissenkung zum 1. August lediglich einen reduzierten Abschlag von 7,5 Prozent zahlen, sagte ein Sprecher von Merck Serono gegenüber APOTHEKE ADHOC. Auch nach der Stellungnahme des Verbands werde man die Höhe des Abschlags nicht erneut prüfen.

Das BMG hatte bereits Anfang Juli die Herstellerverbände aufgefordert, die Erhöhung des Herstellerabschlags auf 16 Prozent nicht durch kurzfristige Preiserhöhungen zu unterminieren: „Soweit eine Preissenkung lediglich eine Preiserhöhung gegenüber dem entsprechenden Preis am 1. August 2009 zurück nimmt, ist diese bereits von § 130a Ansatz 3a erfasst und führt nicht zur weitergehenden Minderung des Herstellerabschlags“, heißt es in dem Schreiben.

Nachdem der Spiegel am Wochenende über das Oszillieren in der Lauer-Taxe berichtet hatte, hatte das BMG eine Überprüfung und - falls erforderlich - eine Gesetzesänderung angekündigt. Auch Kompensationen der möglichen Ausfälle wurden nicht ausgeschlossen.

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