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Union dämpft Hoffnung auf Blister-Honorar

Benjamin Rohrer, 27. Januar 2012, 14:19 Uhr

  • Wohl kein Fixhonorar: Der CDU-Gesundheitsexperte dämpft die Hoffnungen der Blisterapotheken auf ein festes Honorar für das Verblisern von Medikamenten.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Seit Jahren fordern die heimversorgenden Apotheker ein festes Honorar für das Verblistern von Arzneimitteln. In den ersten Entwürfen der Pflegereform und der AMG-Novelle haben die Wünsche jedoch keinen Platz gefunden. Aus Sicht des CDU-Gesundheitsexperten Michael Hennrich wird dies auch so bleiben: „Wir müssen die Erwartungshaltung dämpfen. Ein großer Betrag wird dafür wohl nicht in die Hand genommen.“

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Im vergangenen Jahr hatte der Bundesverband klinik- und heimversorgender Apotheker (BVKA) ein Modell zur tablettengenauen Abrechnung vorgelegt, das eine zusätzliche Pauschale für das Medikationsmanagement vorsah. Der Bundesverband Patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV), der hauptsächlich die Blisterzentren vertritt, hatte schon vor zwei Jahren einen Vorschlag gemacht. Den Kassen versprechen die Verblisterer im Gegenzug Einsparungen in Millionenhöhe.

Laut Hennrich gibt es derzeit allerdings zu große Bedenken: Die von den Fachverbänden vorgetragenen Einspareffekte würden in der Politik eher skeptisch gesehen. „Außerdem leisten die Pflegeheime und Krankenkassen hier Widerstand“, sagt Hennrich. Ungelöst seien auch organisatorische Probleme, etwa die Frage, wie man gleichzeitig die Rabattverträge berücksichtigen könnte.

Entsprechend unverbindlich fiel auch die Position der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion zu dem Thema aus: Im Rahmen der AMG-Novelle sei eine bundesweite „Rahmenempfehlung“ über eine zusätzliche Vergütung denkbar, hieß es in einem Positionspapier. Eine solche Regelung könnte allerdings weit über das Blistern hinausgehen und das komplette Medikationsmanagement umfassen, heißt es aus der Politik.

„Wir hören von vielen Pflegeheimen, dass die bestehenden Möglichkeiten, mit Apotheken Verträge abzuschließen, bereits heute gut genutzt werden“, ergänzt Hennrich. Man wolle das Thema daher weiter im Auge behalten, ein großer Wurf sei aber unwahrscheinlich.

apotheke adhoc Debatte 12 Kommentare

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Community Mitglied 28. Januar 2012, 22:38 Uhr
#12 @ 11Die Kassen würden gerne für das Verblistern zahlen ???

Ich komme aus dem selben Bundesland wie Moira. Hier will/wollte die größte Krankenkasse auch für das Verblistern bezahlen.
Als "Modellprojekt" mit finanziellen Anreizen (allerdings nicht für normale Apotheker). Genau in der genannten Kombi Blisterzentrum/Versandapotheke übernimmt im Auftrag der Krankenkasse die Versorgung der eigenen Krankenkassenpatienten und die bisherige heimversorgende Apotheke (ob blisternd oder nicht) schaut dumm aus der Wäsche. Darf/muß aber die Akutversorgung weitermachen + auf "eigenen" Wunsch gerne für die Patienten der restlichen Krankenkassen Blister bei der Versandpo/Blisterzentrums-Kombi ordern und bezahlen .
Übrigens genau für solche Fälle gab/gibt es Studien der entsprechenden Kasse das sich "das Blistern" lohnt .
Wohlgemerkt ein Teil der bundesweit größten Kasse !

Das die Krankenkassen für manuelles Verblistern (objektiv schlechtere Qualität) jemals mehr bezahlen, als für industrielles Massenverblistern (ggf. unter eigener Krankenkassenregie) ist reines Wunschdenken.

Wenn da jemals Geld fließt ist das genau für eine dieser beiden Varianten
interressant. Und mal ganz ehrlich seit wann interressiert dann bestimmte Krankenkassen + (leider) bestimmte Kollegen ob dann bestimmte "Modelle" gleich ganz legal sind.

Mal ganz davon ab hat sich mir noch nie erschlossen warum man von der Industrie unter höchsten Qualitätsstandards hergestellte Ware nochmals neu "herstellen" soll und das unter (bei einer Variante) deutlich niedrigeren Qualitätsstandards !

Bevor das alte Argument kommt.
Ja,Ja das Pflegepersonal. Also in den Heimen die ich kenne klappt das hervorragend. Also bitte nicht gleich wieder einen ganzen Berufsstand verunglimpfen, der vieles tut zu dem die meisten Leute überhaupt keine Lust hätten. Kommt mir gerade bekannt vor: unterbezahlt, immer schlechte Presse, in Test im Fernsehen immer schlecht dargestellt, immer an allem Schuld .... da gibt es noch so einen Berufstand. Und wir sehen uns selber auch anders

Community Mitglied 28. Januar 2012, 14:22 Uhr
#11 Patient im Fokus

Die Kassen werden und würden für das verblistern zahlen, die können auch rechnen und kennen ihre eigenen Studien. Nur die Herren Funktionäre mit eigener Heimversorgung blocken das Thema, wie z.B. in Brandenburg. Die verlieren dann ihre Heimversorgung und jammern und der Apothekerschaft fehlt wieder ein Thema das sie nicht besetzen. Das werden dann Medifalter und Apoteket schon anders organisieren.
Bezüglich der Rabattverträge merkt man wieder das hier überwiegend nur Polemik und keine Kenntnis im Spiel sind. Wer es noch nicht gemerkt hat: In der neuen AOK Ausschreibung sind verblisterte Arzneimittel ausgenommen, warum wohl?

Community Mitglied 28. Januar 2012, 09:43 Uhr
#10 .....Blistern: häufig das Chaos!

Auch mit Verblisterung kommt man um unverblisterbare AM nicht herum. Eine Akutmedikation wird als lästig empfunden. Medikationsänderungen finden ihre Umsetzung häufig erst nach 14 Tagen........ . Das Pflegepersonal verliert den Kontakt zum Arzneimittel. Beipackzettel und andere zugehörige Information sind auf Station nicht vorhanden. Hier gibt es (erprobtermaßen) nur eine vernünftige Alternative: PTA`s und Apotheker/innen gehören (bezahlt!) auf Station. Eine Zukunft für die Verblisterung sehe ich im ambulanten Bereich: Dort, wo die Fachleute nicht zugegen sind. Umsonst?.......
Never!!!!!!!

Community Mitglied 28. Januar 2012, 08:26 Uhr
#9 Antwort zu #8

Auf jedenfall ist es für die Heime Kosten- und Personalersparnis. Wenn sie es denn richtig nutzen. Das Stellen und die Dokumentation vereinfachen sich,

Community Mitglied 28. Januar 2012, 01:05 Uhr
#8 @ 6 / 7

"Wer es noch nicht gemerkt hat - das Verblistern ist nachweislich für den Patienten hilfreich und für die Kostenträger in Summe günstiger."

Auch wenn Sie es gleich zweimal posten - es wird dadurch nicht richtig.

Verblistern nützt den Blisterzentren und den Blisterautomatenerbauern. Aber nicht dem Patienten.

Das die Kassen sparen kann sein, aber nur, wenn sie fürs blistern nicht zahlen müssen. Auf welches Kreuz geht dann das alles wieder? Erraten- der Apotheker zahlt....

Und unter Rabattvertragszwang zu blistern ist ökonomisch genauso sinnvoll wie gleich die 50€ -Scheine zu verbrennen....

Community Mitglied 27. Januar 2012, 19:58 Uhr
#7 Wie man sich selbst richtet.

Die Meinungen der hier vertretenen Kollegen(?) zeugen von klassischem Stillstand und genau daran wird eine Berufsstand gemessen. Er muss sich entwickeln und neue Dienstleistungen anbieten und zwar für den Patienten und andere Kundenkreise. Wer das nicht möchte, wird entwickelt.
Übrigens: Wer es noch nicht gemerkt hat - das Verblistern ist nachweislich für den Patienten hilfreich und für die Kostenträger in Summe günstiger.

Community Mitglied 27. Januar 2012, 19:57 Uhr
#6 Wie man sich selbst richtet.

Die Meinungen der hier vertretenen Kollegen(?) zeugen von klassischem Stillstand und genau daran wird eine Berufsstand gemessen. Er muss sich entwickeln und neue Dienstleistungen anbieten und zwar für den Patienten und andere Kundenkreise. Wer das nicht möchte, wird entwickelt.
Übrigens: Wer es noch nicht gemerkt hat - das Verblistern ist nachweislich für den Patienten hilfreich und für die Kostenträger in Summe günstiger.

Community Mitglied 27. Januar 2012, 18:22 Uhr
#5 Zu 3

Endlich eine richtige Meinung.
Nachdem alle möglichen Apos ihre Dienste für Null anbieten und damit die Heime erst auf diese billige Lösung aufmerksam machen wird es auch nicht mehr möglich sein, ein Honorar durchzusetzen. Verdienen tun nur die Bliesterzentren.
Ein Beweis dafür, dass reine Geldgier nur zu einer Verschlechterung der Situation führt.
Wie die Blister"kollegoiden" auf ihre Kosten kommen, kann man sich ja vorstellen.
Der größte Feind (Idiot) ist der Apotheker selber

Community Mitglied 27. Januar 2012, 16:30 Uhr
#4 zu #2

von nun ab gings bergab.... köstlich. sehr gute einschätzung und wahr. da haben uns die alten staufer wohl keinen gefallen getan.

Community Mitglied 27. Januar 2012, 16:00 Uhr
#3 Am besten Verblistern generell verbieten ...

... das braucht kein Mensch (Außer der Blister-Lobby). Das ist ja fast wie der Wort&Bild Verlag, die machen auch Werbung beim Verbraucher und wir dürfen es bezahlen.
Die Blisterlobby erklärt aber erst Altersheimen das sie das unbedingt brauchen. Danach dürfen Apotheker es natürlich umsonst machen (oder machen es umsonst um andere Kollegen auszustechen). Toll !!
Nun sollen die Kassen für diesen unnützen Mist noch bezahlen ?? Hm, das Geld landet bei den Blisterfirmen. Mal überlegen wo die Kassen es dann einsparen ? Bei den Krankenhäusern ? Bei den Ärzten ?
Natürlich bei der Apothekervergütung !! UND dann für alle Kollegen !!

Also ich (als heimversorgende Apotheke) fordere ein Ende dieses völlig unnötigen Kampfplatzes. Denn wer wird denn zum Schluss alles mit angelernten QMS-Mitarbeitern verblistern ? Doch wohl kaum die kleine,patientennahe Apotheke von nebenan.

Es gibt in bestimmten Bundesländern schon solche Projekte: Krankenkasse (ca. 50% Marktanteil) + Versandapotheke + Blisterzentrum > verblistert die Patienten der Krankenkasse exklusiv in mehreren Heimen und die Apotheke vor Ort darf/kann/muß die Akutversorgung übernehmen und die Patienten der anderen Kassen.

Genau für solche Projekte passt diese neue ApoBetrO und eine (für "normale" Apotheken nicht kostendeckende Vergütung. Ach die gute Union.

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