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Arzneimittelpreise

Unikliniken wollen ebenfalls Kassenrabatt

Désirée Kietzmann, 06. September 2010, 14:04 Uhr

  • Rabatt für alle: Auch die Unikliniken wollen von den durch die Kassen ausgehandelten Preisen profitieren.
Berlin -

Auch die Universitätskliniken wollen künftig von den zwischen GKV-Spitzenverband und den Arzneimittelherstellern ausgehandelten Preisen profitieren. Der Ansatz, der privaten Krankenversicherung (PKV) günstige Preise einzuräumen und andererseits die Krankenhäuser weiterhin von Rabatten für patentgeschützte Arzneimittel auszunehmen, sei absolut unverständlich, teilte der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) mit.

Die Kliniken beklagen, dass die Hersteller bei Regulierungen im ambulanten Bereich ihre Ausfälle zwangsläufig im stationären Bereich kompensierten. Schon kurz vor Einführung der Zwangsrabatte habe man starke Preissteigerungen in den Verhandlungen mit Pharmaunternehmen wahrgenommen, sagte eine Sprecherin des VUD.

Laut einer Statistik des Verbandes mussten die Unikliniken für bestimmte Originalpräparate - darunter Avastin, Herceptin und Mabthera - zum 1. August dieses Jahres 22 bis 24 Prozent mehr zahlen als die Krankenkassen im ambulanten Bereich. Der Trend zu höheren Preisen zeigt sich demnach bereits seit August vergangenen Jahres. 2007 hätten die Krankenhauspreise noch unter dem GKV-Niveau gelegen.

Der VUD hatte bereits im Gesetzgebungsverfahren vor dieser Preisdynamik gewarnt. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) hatte damals auf die hohe Nachfragemacht der Krankenhäuser hingewiesen. Krankenhausapotheken sind nicht an die Arzneimittelpreisverordnung gebunden und können ihre Einkaufspreise deshalb frei verhandeln. Die Preise können aber nicht nur nach unten, sondern auch nach oben abweichen.

Im patentgeschützten Bereich sehen sich die Unikliniken daher dem Preisdiktat der Hersteller ausgesetzt. „Bei Originalen gibt es in der Regel nur einen Anbieter, entweder man bezahlt den Preis oder man bekommt das Arzneimittel nicht“, so die VUD-Sprecherin. Gerade als Uniklinik müsse man allerdings über neue Arzneimittel verfügen. Wenn die PKV künftig auch noch von Rabatten profitiere, werde der Druck auf die Unikliniken noch größer, befürchtet der VUD.

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