Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 21. Oktober 2010, 09:10 Uhr
Die Apotheker sollen beim Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) doch direkt belastet werden. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) wollen die Fraktionen von Union und FDP den Kassenabschlag für zwei Jahre auf 2 Euro festschreiben. Das Großhandelshonorar wird umgestellt, allerdings nicht auf 60 Cent plus 1,7 Prozent, sondern auf 70 Cent plus 3,4 Prozent. Aus dem variablen Anteil können die Firmen künftig noch Rabatte gewähren.
Damit werden die Apotheker laut SZ mit geschätzten 150 Millionen Euro pro Jahr direkt belastet, die Großhändler mit geschätzten 190 Millionen Euro. So würde das Einsparziel von 340 Millionen Euro erreicht; laut ABDA und Phagro wäre die Belastung nach den ursprünglichen Plänen deutlich höher ausgefallen.
Bei der ABDA will man zunächst den Änderungsantrag abwarten, der nach der Abstimmung in den Fraktionen in der kommenden Woche im Gesundheitsausschuss des Bundestages eingebracht werden soll. Insgesamt sei man aber zuversichtlich, dass die tatsächliche Lage der Apotheken berücksichtigt werde und dass man zu einem fairen Ergebnis komme.
Wie verhindert werden soll, dass der Großhandel seine Kürzungen doch in Form von Konditionenkürzungen an die Apotheker weiterreicht, ist noch unklar. Man gehe davon aus, dass der Großhandel seinen Sparbeitrag leiste, so der ABDA-Sprecher.
Bereits beim Deutschen Apothekertag in München hatte der Gesundheitsexperte der Union, Jens Spahn, signalisiert, dass die Belastungen von Apotheken und Großhandel aufgesplittet werden. Zuvor hatten ABDA und Phagro erbittert über die Aufteilung des gemeinsamen Sparbeitrags gestritten: Die Apotheker hatten eine PR-Kampagne gestartet, der Großhandel hatte versucht, Einigkeit zu suggerieren.
apotheke adhoc Debatte 4 Kommentare
MitdiskutierenRabattitis
Ich will außer Skonti vom Großhandel auf RX keine Rabatte - ich will aber auch keine Rabatte geben müssen - weder an die kranken Kassen, noch an sonst irgend wen. Nur so können wir Unabhängigkeit erreichen.
Un was dann ....... ??
Sollte es so kommen (....?!!), dann sollte unser "Plan B" doch wohl klar sein, liebe ABDA/DAV/BAK, oder?
Ich werde meine Positionen jedenfalls nicht wie bisher leise, still und heimlich auf dem Schafott der Real-Politik opfern lassen, liebe Kollegen.
+ Keine Rabatte geben, wo keine mehr gewährt werden!
+ Kein pick-up!
+ Keine Belieferung von inländischen Rezepten durch ausländische Apotheken!
+ Keine Versand-Apotheken für Rx/OTC!
+ Festlegen der Hersteller-Abgabepreise, z.B. durch IQWiG!
+ Ausreichende und laufend im voraus verhandelte Alimentation für ehrliche Apotheken-Arbeit!
+ Schluß mit der Feilscherei!
+ Schluß mit dem Untergraben unseres Berufsstandes und dem Aushöhlen unserer Berufsehre!
Wenn die Politik uns tatsächlich weiterhin weh tun möchte, sollten wir uns wehren.
21.500-fach !!
Ein bißchen Mehr vom Weniger
Der Rabatt steigt also wieder auf 2€,
der Großhandel wird die 190 M€ durchreichen,
und die ABDA wird sagen:
"Es hätte schlimmer kommen können".
Kuhhandel
Jetzt geht also der Kuhhandel wie auf dem türkischen Basar los. Darf´s noch ein bischen mehr sein?
Tatsache ist immer noch, dass der Großhandel die Kürzungen weiterreicht, wir Apotheken aber direkt über den Apothekenabschlag zusätzlich belastet werden. Zudem wird der Abschlag wohl auch nicht mehr durch das Schiedsgericht festgelegt und ein Instrument der Regulierung bei Mehrbelastung fällt weg. Dann können wir ja gleich noch ein paar Aufgaben mehr übernehmen - da fällt der Politik schon was ein.........