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Schlagabtausch zu Rabattverträgen

APOTHEKE ADHOC, 10. Februar 2009, 16:11 Uhr

  • Weitreichende Folgen: Für Hersteller und Kassen hängt von den Rabattverträgen viel ab.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Hersteller und Krankenkassen tragen ihre Grundsatzdiskussion über die Rabattverträge öffentlich aus. Bei einer Handelsblatt-Konferenz in Berlin hat AOK-Verhandlungsführer Dr. Christopher Hermann die Rabattpolitik seiner Kasse verteidigt: „Unsere Rabattverträge werden immer als Inkarnation des Bösen dargestellt, dabei sind sie transparent und fair.“ Die Verträge stünden damit im Gegensatz zu exklusiven oder semi-exklusiven Rabattverträgen, für die es nie eine Ausschreibung gegeben habe: „Solche Hinterzimmer-Verträge führen zu einer deutlichen Marktkonzentration der Vertragspartner.“

In der Frage des Startzeitpunktes der Rabattverträge war Hermann erstmals zurückhaltender: „Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass es länger dauert, nur, weil jemand seine Rechte in Anspruch nimmt.“ Die Kasse tue alles dafür, dass es schneller geht. Sicherheiten für die Apotheker gebe es aber nicht, so Hermann.

Sicherheiten gibt es auch für die Hersteller bislang nicht. Doch laut Peter Schmidt, Geschäftsführer des Branchenverbands Pro Generika, hoffen selbst Unternehmen mit Zuschlägen auf ein Scheitern der Ausschreibung: „Wer einen Rabattvertrag hat, ist in der Not. Wer keinen hat, ist im Elend“, so Schmidt. Einen großen finanziellen Unterschied mache ein Rabattvertrag nicht: „Vielleicht gewinnt man dadurch mehr Marktanteile, aber was bringt das? Ein Unternehmen will ja Erträge.“

Die AOK habe mit ihren Rabattverträgen Unternehmen in einen Unterbietungsdruck gezwungen. „Eine ganze Reihe von Angeboten liegen vermutlich unter den Herstellungskosten. Mir sagte ein Unternehmer, er hätte so niedrig geboten, dass nur ein ganz schmaler Gewinn übrig bliebe. Und er erreichte unter den Bietern nur Platz elf.“ Schmidt befürchtet, dass Generikahersteller wegen des wirtschaftlichen Drucks keine galenischen Verbesserungen und keine neuen Darreichungsformen entwickeln.

Laut DAK-Chef Professor Dr. Herbert Rebscher ist der Generikamarkt für Rabattverträge ohnehin „ausgelutscht“ Ein Ausweitung des Modells auf Originale und DRGs nannte er „abenteuerlich“. Rabattverträge bedeuteten den Zusammenbruch der Wirtschaftlichkeitsprüfung. „Der Fonds zerstört so das, was wir in den letzten Jahren an Investitionsbereitschaft aufgebaut haben“, sagte Rebscher. Nach der Bundestagswahl müsse das Thema neu diskutiert werden. „Dann endet auch die Halbwertzeit für dieses Modell.“

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