Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 29. Juli 2010, 09:33 Uhr
Das erste Sparpaket von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) tritt am kommenden Sonntag in Kraft. Mit dem GKV-Änderungsgesetz (GKVÄndG) wird unter anderem der Herstellerabschlag für nicht festbetragsgebundene Arzneimittel von 6 auf 16 Prozent angehoben. Gleichzeitig gilt rückwirkend zum 1. August 2009 ein Preismoratorium. Beide Maßnahmen sind bis Ende 2013 begrenzt und sollen den Krankenkassen jährlich Einsparungen von 1,15 Milliarden Euro einbringen. Der Minister ist mit sich zufrieden. Jetzt will er auch beim Rest der Branche den Rotstift ansetzen.
Das erste Sparpaket sei notwendig, um die „ausufernden Ausgaben im Arzneimittelbereich einzudämmen“. Die Kritik der Opposition, Rösler sei dazu doch wieder nur eine Abschlagserhöhung eingefallen, nimmt der Minister nicht an: „Wir reihen uns nicht in die gesundheitspolitische Tradition kurzfristiger Kostendämpfungspolitik ein, sondern werden mittelfristig eine stabile Marktordnung schaffen, in der die Beteiligten flexibel agieren und gestalten können.“
„Im Gegenzug müssen aber auch alle Beteiligten ihren Beitrag für eine bessere und effizientere Arzneimittelversorgung leisten: die Hersteller, der Großhandel, die Apotheken und die Krankenkassen“, forderte Rösler. Die Weichen zu einer Strukturreform seien mit dem Gesetzentwurf zum Arzneimittelmarktneurodnungsgesetz (AMNOG) bereits gestellt. „Damit werden weitere strukturelle Veränderungen im Arzneimittelbereich greifen“, so der Minister.
apotheke adhoc Debatte 1 Kommentar
MitdiskutierenAM-NOG-Out für Apotheken + Großhandel??
Die Apotheken arbeiten seit 6 Jahren zu den gleichen Konditionen.
Was soll hier bitteschön eingespart werden??
Ich habe die Nase voll von derartigen Ideen, die letztlich den Apotheken unterstellen, sie würden sich bis jetzt an der Volksgesundheit bereichern. Wir arbeiten hart und verantwortungsvoll für unseren Verdienst - und können mitnichten mehr "flexibel agieren und gestalten". Und sollte ich irgendeinen Passus der vielen Verordnungen und Vereinbarungen einmal übersehen haben, erfolgt "Retaxation auf Null". Erst wenn die letzte Apotheke an der Ecke geschlossen wurde, wird man merken, daß man Arzneimittel nicht per email versenden kann...