Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC/dpa, 16. Mai 2011, 18:02 Uhr
Dr. Philipp Rösler fühlt sich in der Wirtschaftspolitik wieder zu Hause. Er sei ja „in der Provinz“ in Niedersachsen schon einmal Wirtschaftsminister gewesen, erzählt er seinen neuen Mitarbeitern morgens um Neun in der Kantine des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) in Berlin. Und: „Ich komme doppelt nach Hause, weil ich gehört habe, dass das Ursprungsgebäude ganz früher mal Ausbildungsstätte für preußische Sanitätsoffiziere gewesen ist.“ Rösler war Bundeswehr-Arzt, bevor er in der FDP bis zur Parteispitze durchstartete.
Auf dem Weg zur Amtseinführungsfeier in der Kantine ist er am Montagmorgen im Foyer des Ministeriums an der Ahnengalerie vorbeigekommen. Da hängen sie alle, die großen Wirtschaftsminister: Ludwig Erhard, Karl Schiller.
Rösler, die Nummer 18 im Amt und zweitjüngster Ressortchef nach Ex-Politikstar Karl-Theodor zu Guttenberg, hat sich die Fotos angeschaut: „Das ist für mich schon sehr beeindruckend. Dieses Erbe möchte ich gerne gemeinsam mit Ihnen fortsetzen“, sagt er den Staatssekretären, Abteilungsleitern, Referenten, Sekretärinnen und Chauffeuren, die sich ihren neuen Dienstherrn ganz aus der Nähe anschauen wollen.
Deutlich nüchternere Töne schlug Rösler an, als er vor anderthalb Jahren das Bundesgesundheitsministerium von Ulla Schmidt (SPD) übernahm. „Ich gelte eigentlich als pflegeleicht“, hatte er seine neuen Mitarbeiter damals beruhigt. Und sie gebeten, ihre Kompetenz und Loyalität auch der neuen Hausleitung entgegen zu bringen. Er werde im Gegenzug seinen Fürsorgepflichten immer gerecht werden und notfalls mit dem Finanzminister um Arbeitsplätze im Ministerium streiten, versprach Rösler. Das war einmal.
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apotheke adhoc Debatte 1 Kommentar
Mitdiskutierenback to the roots
Na, ist doch schön für den netten Philipp wieder in der grossindustrie zu sein und schön von den Lobbyisten pimpern zu lassen. Was ganz anderes als so ein tristes Feldbett im bmg. Wir wünschen ihm alles gute, und er soll bloss kein schlechtes gewissen haben, dass er Gesundheit so hinwirft. Der alte Eid ist schnell vergessen. Und Verantwortung ist was für die kleinen Leute!