Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 22. Dezember 2010, 11:23 Uhr
Die Koalition hält an festen Arzneimittelpreisen und dem Fremdbesitzverbot für Apotheken fest. Das geht aus der Stellungnahme der Bundesregierung zum Jahresgutachten der Monopolkommission hervor. Darin hatten die Ökonomen um Professor Dr. Justus Haucap im Juli erneut gefordert, das Apothekenhonorar von derzeit 8,10 Euro für Verhandlungen mit den Patienten frei zu geben und Apothekenketten zuzulassen. Die Bundesregierung lehnt alle Vorschläge ab.
Der geforderte „sanfte Preiswettbewerb“ bei verschreibungspflichtigen Medikamenten widerspricht aus Sicht der Regierung dem Sachleistungssystem der Krankenkassen. Denn bis auf wenige Ausnahmen würden die Medikamente nicht vom Endverbraucher finanziert, sondern von den Kassen.
Auch in Sachen Apothekenketten sehen Union und FDP keinen Handlungsbedarf: „Die Bundesregierung sieht die Arzneimittelversorgung durch die inhabergeführte Apotheke sowie das Fremd- und Mehrbesitzverbot von Apotheken in Deutschland durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2009 bestätigt“, heißt es in der Stellungnahme.
Danach sei es Sache der Mitgliedstaaten, die Arzneimitteldistribution im Sinne einer sicheren und hochwertigen Versorgung selbst zu regeln. „Diese Anforderungen erfüllen insbesondere die inhabergeführten Apotheken. Sie stellen die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicher“, so die Regierung.
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