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Gesundheitskarte

Projekt „eGK“ stockt

APOTHEKE ADHOC/dpa, 01. August 2011, 14:30 Uhr

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Berlin -

Das Projekt „elektronische Gesundheitskarte“ (eGK) stockt. Im Rahmen des bundesweiten „Basis Roll-Outs“ muss eigentlich jede Krankenkasse bis Ende des Jahres jeden zehnten Versicherten mit der eGK ausgestattet haben. Bislang laufen einige Kassen der Vorgabe der Regierung allerdings hinterher. Auch die Beteiligung der Ärzte lässt bislang zu wünschen übrig.

Die Techniker Krankenkasse (TK) muss bis Ende des Jahres bundesweit rund 780.000 Versicherten die Karte schicken - nur 5000 wurden bisher verteilt. Die AOK muss bundesweit bis Ende des Jahres sogar 2,4 Millionen Versicherte mit der neuen Chipkarte versorgen. Bislang sind allerdings nur 25.000 Karten gedruckt worden. Bei Nichteinhaltung der 10-Prozent-Pflicht drohen den Krankenkassen Vertragsstrafen. „Das schaffen wir“, ist sich Günter Wältermann, stellvertretender Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, sicher.

Allein in der Region Nordrhein muss die AOK 300.000 Mitglieder mit der eGK ausstatten. „Das Nadelöhr ist, dass der Versicherte ein Bild abgeben muss“, erklärt Wältermann. Bei der AOK kann das Bild per Post oder Internet geschickt oder in einem Fotoautomaten in den Geschäftsstellen gemacht werden. Wenn sich ein Versicherter weigert, ein Foto abzugeben, bekommt er keine Karte. „Er hat aber trotzdem Leistungsanspruch“, so Wältermann.

Wegen Sicherheitsbedenken halten sich bislang auch die Ärzte zurück. Im Mai 2010 hatte sich der Deutsche Ärztetag sogar mehrheitlich dafür stark gemacht, das Projekt gänzlich aufzugeben. Insbesondere die zentrale Datenspeicherung sowie die hohen Kosten standen damals im Zentrum der Kritik. Im Mai dieses Jahres hat sich die Bundesärztekammer (BÄK) über Schwachstellen bei den Lesegeräten geärgert: Hackern sei es möglich, an die Zugriffsdaten der Ärzte zu kommen, so die Kritik.

Im Rahmen des „Basis Roll-Outs“ können sich Ärzte bundesweit noch bis zum 30. September ohne Zusatzkosten mit dem notwendigen neuen Kartenlesegerät ausstatten lassen. Die Kosten - pro Arztpraxis etwa 850 Euro - tragen die Krankenkassen. Die Akzeptanz bei den Ärzten sei unterschiedlich, sagt Wältermann.

Weil das elektronische Rezept vom ehemaligen Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) aus dem bundesweiten Startprogramm heraus genommen wurde, sind Apotheken bislang nicht beteiligt. Auch die elektronische Patientenakte hatte Rösler 2009 gestoppt. „Ich möchte, dass die Industrie erst einmal nachweist, dass die gespeicherten Daten technisch sicher sind“, so Rösler in einem Interview im Dezember 2009.

Ab 2013 sollen die Kassen nur noch die eGK ausliefern. Langfristig sollen alle Arztpraxen, Apotheken und Kliniken über die eGK verbunden sein. Auch über den Leistungsumfang herrscht derzeit aber noch Unklarheit: Bislang enthält die eGK neben Foto und EU-Krankenschein nur die Stammdaten der Versicherten. Später sollen der elektronische Arztbrief und die Patientenakte hinzukommen. Das werde aber wohl erst in zwei bis drei Jahren funktionieren, meint Wältermann. Geplant ist auch, dass die Daten online verfügbar sind. Patienten sollen ihre Stammdaten etwa nach einem Umzug selbst ändern können.Wann dies soweit ist, steht allerdings noch nicht fest.

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