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Arzneimittelpreise

Pharmafirmen kontern Rösler aus

APOTHEKE ADHOC, 02. August 2010, 17:39 Uhr

  • Preise hoch, Preise runter: Verschiedene Pharmafirmen haben eine Lücke im Sparpaket von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler gefunden.
Berlin -

Die Pharmahersteller haben offenbar eine Lücke im Sparpaket von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) gefunden. Wie der Spiegel berichtet, haben einige Unternehmen im Juli die Preise erhöht, um sie direkt wieder zu senken. Die Hersteller umgehen laut Spiegel so die Erhöhung des Zwangsrabatts. Eine ungenaue Formulierung im Spargesetz scheint dies zuzulassen.

Eigentlich wollte Rösler mit Erhöhung des Herstellerrabatts und rückwirkendem Preismoratorium jährlich 1,15 Milliarden Euro einsparen. Das Sparpaket trat am 1. August in Kraft. Um den Pharmaherstellern einen Anreiz für weitere Preissenkungen zu geben, lockt das neue Gesetz zusätzlich mit einer Verringerung des Herstellerrabatts: Je größer die Preissenkung, desto weniger Rabatt wird fällig - bis zu den bislang fälligen 6 Prozent.

Doch den Beamten im Bundesgesundheitsministerium (BMG) scheint ein Fehler bei der Formulierung unterlaufen zu sein: Im Gesetz wurde nicht explizit festgelegt, dass die Preise vom 1. August 2009 als Ausgangspunkt für die Bestimmung der Preisdifferenz dienen. So können Pharmahersteller, die in den vergangenen Monaten ihre Preise erhöht haben, von den geringeren Herstellerrabatten profitieren.

Mitte Juli hätten zahlreiche Hersteller die Preise erhöht, um sie zum 1. August wieder zu senken, berichtet der Spiegel. Darunter seien das Zytostatikum Erbitux (Cetuximab) von Merck Serono, das Wachstumshormon Omnitrope (Somatotropin) von Sandoz sowie das Knochenmittel Pamidron (Pamidronsäure) von Hexal und die Ernährungslösung Smoflipid von Fresenius Kabi. Dem Spiegel-Bericht zufolge wurden die Preise um etwa 10 Prozent angehoben und anschließend wieder zurück auf das alte Niveau gesenkt.

Im Ministerium bemüht man sich um Schadensbegrenzung. Im Juli hatte das BMG Hersteller und Krankenkassen schriftlich über die beabsichtigte Auslegung des Gesetzes informiert. Zudem soll nachgebessert werden: Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) solle die Regelung präzisiert werden, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Auch müsse geprüft werden, ob eine Kompensation für die Ausfälle der Kassen nötig sei.

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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare

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Community Mitglied 03. August 2010, 15:58 Uhr
Der normale Wahnsinn...

Schon unter "Schwarz-Rot" begann das Debarkel. Jeder größere Gesetzentwurf enthielt Fehler und es mußte nachgebessert werden. Diese Tradition der Inkompetens unter den Beamten wird nun unter "Schwarz-Gelb" forgeführt. Mag man über Herrn Minister Rösler denken was man will. Für Details ist er zwar nicht zuständig, jedoch verantwortlich. Röslers Stab hat es verbockt. Die Häme gehört ihm ganz alleine. Wir werden noch viel Freude haben, mit diesem Ministerium.

Community Mitglied 03. August 2010, 10:19 Uhr
..wenn es nicht so traurig wäre!

....wieder einmal ein Beweis von Unfähigkeit in Berlin. Wäre es nicht so traurig, müßte man der Pharmaindustrie Beifall zollen. Flickschusterei an allen Ecken und Kanten.....ich bin schon sehr gespannt, welches Schlupfloch vom wem als nächstes gefunden wird. Hauptsache die Apotheken bleiben auf der Strecke...wie blöd sind wir eigentlich, dass wir uns das alles gefallen lassen und dafür noch Geld bezahlen?

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