Polymedikation

WidO: Senioren werden schlecht beraten APOTHEKE ADHOC, 21.06.2012 12:30 Uhr

Berlin - Das wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) fordert von Apothekern und Ärzten eine bessere Beratung für Senioren. Ältere Menschen würden nicht ausreichend über Nebenwirkungen bei der Einnahme mehrerer Medikamente informiert. Das WidO hatte 1000 Versicherte ab einem Alter von 65 Jahren befragen lassen.

Nur jeder zweite Teilnehmer gab an, dass sein Hausarzt ihn schon einmal auf die Risiken der Mehrfacheinnahme von Arzneimitteln angesprochen habe. Nur jeder Dritte wurde in der Apotheke über Nebenwirkungen aufgeklärt. Ausgerechnet bei Medikamenten, die wegen ihres besonderen Risikos für ältere Menschen auf der sogenannten Priscus-Liste stehen, wurden die Patienten sogar noch seltener informiert: Nur 44 Prozent der Teilnehmer wurden in Arztpraxen und 19 Prozent in Apotheken auf das Thema angesprochen.

„Ärzte und Apotheker müssen die Patienten besser über Arzneimittelrisiken aufklären“, forderte WidO-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Die Heilberufler hätten es in der Hand, das Risikobewusstsein der Patienten zu schärfen und damit auch die Therapietreue zu erhöhen: Patienten, die sich an eine Arzneimittelberatung erinnern könnten, seien sich der Risiken der Altersmedikation eher bewusst und vergäßen die Einnahme seltener, so Klauber.

Rund ein Viertel der über 65-Jährigen nimmt der Studie zufolge regelmäßig fünf oder mehr ärztlich verordnete Arzneimittel ein. Bei fast jedem fünften dieser Patienten befindet sich darunter ein Medikament, das für ältere Menschen als potenziell ungeeignet gilt. Häufig kommen noch frei verkäufliche Produkte dazu, von denen der Arzt gar nichts weiß.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 4 Kommentare
  • 22.Juni 2012, 20:01Uhr
    Community Mitglied

    #4Und der Sachverständigenrat ...........

    hat da offenbar eigene Vorstellungen (s.PZ v. 20.06.) : >>So bescheinigen sie dem von Apothekern ausgeführten Medikations-Check multimorbider, ambulanter Patienten aus dem Agnes-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Kosten für eine Medikationsüberprüfung lägen bei 26 Euro [Anm.: WOW ......], angesichts des Nutzens durch das Vermeiden von Medikationsproblemen sei dies akzeptabel.....<< Preis-/Leistungsverhältnis = O.K. ! - vielleicht muß die AOK noch ein bißchen mehr nachdenken ..........gerade über den Preis .........! www.apothekerprotest.de

  • 22.Juni 2012, 10:30Uhr
    Community Mitglied

    #3ich dachte...

    das man alle Chroniker zur Versandapotheke schicken will?! Ist doch so herrlich da...zwar nur für die Kassen, aber nur das zählt doch?!

  • 21.Juni 2012, 17:51Uhr
    Community Mitglied

    #2bei 5,90 €

    hinterfragt man manchmal den Beratungsaufwand!

  • 21.Juni 2012, 17:13Uhr
    Community Mitglied

    #1Gab' s da nicht so ein "Modell" ............

    ........... namens "ABDA/KBV" ?? Schön, wenn einige KrankenKassen es zumindest in Teilen für sich entdecken. Jedoch: Das Problem der Compliance ist nicht zu verachten - und zwar sowohl die des Patienten als auch die des Arztes. Alle die, die schon einmal mehr "erzählt" haben, als dem behandelnden Arzt lieb war, wissen, wovon ich spreche .......... Das Ganze ließe sich leicht erledigen, wenn eine derartige pharmazeutische Betreuung zum Standard erhoben würde durch den g-BA. Und dann vielleicht ja auch "abrechnungsfähig" würde über "Sonder-PZN-Haste-noch-nich-gesehen", die im Bedarfsfall dann von der Apotheke auf dem entsprechenden Rezept eingesetzt werden darf ........... Das ließe sich dann sogar in einer Kunden-Datei erfassen. Vielleicht sogar auch [bitte nicht erschrecken...] vom Arzt "verordnen" ............

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