Versandapotheken

Gutachten: Rx-Milliarde für EU-Versender APOTHEKE ADHOC, 19.05.2017 12:29 Uhr

Berlin - Die Argumente sind ausgetauscht, nun sollen in der Debatte um ein Rx-Versandverbot die Zahlen auf den Tisch. Geht es den Apotheken wirklich schlechter, nur weil DocMorris die Kunden mit Gutscheinen lockt? Während ABDA-Präsident Friedemann Schmidt im Gesundheitsausschuss blank zog, glauben Kritiker nicht, dass die Apotheker den Zahlenkrieg gewinnen können. Zumal sich beispielsweise die Grünen nur munitionieren wollen – und aus den Zahlen der Vergangenheit auch kaum Aussagen über die Zukunft ableiten lassen. Die Unternehmensberatung Sempora wagt den Blick in die Glaskugel.

Laut Sempora-Chef Arnt Tobias Brodtkorb wird das Rx-Geschäft von zuletzt 42,4 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren auf 48,8 Milliarden Euro zulegen, das entspricht einem Plus von 15 Prozent. Pro Jahr, so die Herleitung aus der Entwicklung seit 2013, wird der Markt um 2,9 Prozent wachsen.

Dabei könnten die ausländischen Versandapotheken überdurchschnittlich profitieren: Pro Jahr rechnet Brodtkorb mit einem Wachstum von 20 Prozent, sodass statt 380 Millionen Euro (2016) in fünf Jahren knapp 950 Millionen Euro in Heerlen und Venlo umgesetzt werden könnten. Das entspricht einer Steigerung um 150 Prozent.

Deutsche Versandapotheken werden an dieser Entwicklung ohne Rx-Boni nicht teilhaben können, hier geht Brodtkorb von einem jährlichen Wachstum mit dem Markt aus, in der Summe also 15 Prozent. Statt 170 Millionen Euro würden Sanicare & Co. dann knapp 200 Millionen Euro mit Rx-Medikamenten umsetzen. In der Summe würde der Marktanteil von 1,3 auf 2,3 Prozent ansteigen, wobei statt 0,9 künftig 2 Prozent auf die Holland-Versender entfielen.

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