Nutzenbewertung

Union bestellt Kassen und Hersteller ein Benjamin Rohrer, 09.02.2012 15:20 Uhr

Berlin - Mit ihrem Positionspapier zur AMG-Novelle haben die Gesundheitsexperten der Union nicht nur die Debatte um den Kassenabschlag angeheizt: Auch die Vorschläge zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln wurden von Krankenkassen als „Geschenke an die Pharmalobby“ zerrissen. Gemeinsam mit Vertretern der Kassen, der Pharmaindustrie und des Institutes für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) will die Union eine Lösung finden. Die Expertenrunde soll dem Vernehmen nach Anfang März über die Bewertung neuer Arzneimittel und die anschließenden Preisverhandlungen diskutieren.

In den vergangenen Monaten hatten sich Pharmahersteller über mehrere Punkte des Nutzenbewertungsverfahren beschwert, unter anderem über die Festlegung der Vergleichstherapie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). In ihrem Positionspapier hatte die Union gefordert, dass Hersteller und G-BA schon vor der Einreichung der Zulassungsunterlagen gemeinsam vereinbaren, mit welchem Arzneimittel ein neues Medikament verglichen werden soll. Klarheit müsse auch bei den Referenzländern geschaffen werden, fordern CDU/CSU: Die Preise für Arzneimittel in Deutschland sollten nur mit dem Preisniveau aus Ländern mit vergleichbarer Wirtschaftskraft verglichen werden.

Bei dem Treffen will die Union klären, ob die mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) festgelegten Maßnahmen bezüglich der Preisverhandlung und Nutzenbewertung nachjustiert werden müssen, hieß es aus Fraktionskreisen. Kassen, IQWiG und Pharmaindustrie sollen sich mit den CDU/CSU-Politikern austauschen.

Dass auch Apotheker die Möglichkeit erhalten sollen, mit Kassenvertretern und Fraktionsmitgliedern über den Kassenabschlag zu debattieren, ist nicht geplant. In der Politik bestehe Einigkeit darüber, dass der Zwangsrabatt für das Jahr 2013 auf Basis von 1,75 Euro verhandelt werden soll, hieß es aus der Fraktion. Wie zuvor Jens Spahn (CDU) hatte auch der SPD-Gesundheitsexperte Professor Dr. Karl Lauterbach in der n-tv-Sendung „das Duell“ diese Position vertreten. Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte zuletzt gefordert, dass die Verhandlungsbasis des Jahres 2013 der Wert aus 2010 sein soll.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 9.Februar 2012, 19:19Uhr
    Community Mitglied

    #3SO klappt das nie ....................................

    Was haben die Abgabepreise der pharmazeutischen Unternehmer mit der Höhe des Bruttoinlandsprodukt zu tun ? Wo bleibt der " EU-Median-Wert " für alte UND neue Arzneimittel ? Mehr Macht dem IQWiG ! Apotheker mit Stimmrecht in den gBA ! Nur Mut, ansonsten gibt es wieder nur Herstellerrabatte und Rabattverträge, an denen nur die Rechtsanwälte verdienen und die Apotheker ihre Müh haben in den von IHNEN bezahlten Rechenzentren und in der Offizin ! Der Protest hat eine Plattform: www.apothekerprotest.de

  • 9.Februar 2012, 16:04Uhr
    Community Mitglied

    #2wer zahlt eigentlich?

    bei aller lobduselei über "gespartes" vergisst man leider, wer den ganzen sch.. bezahlt hat - nämlich apotheken und hersteller sowie patienten durch beitragserhöhung. warum soll man dann wohl mit den zahlern sprechen? es gibt nur einen weg: soll die kasse doch mal inkontinenz etc. selbst regeln...noch besser - verträge kündigen - patienten sollen sich ihr geld bei der kasse wieder holen. das ganze dauert keine 24 stunden und die gesprächsbereitschaft ist wieder da.

  • 9.Februar 2012, 15:46Uhr
    Community Mitglied

    #1Basis

    für die Verhandlungen zum Kassenabschlag ist und bleibt für mich nach einer einer eingehenden Aufwands- und Kostenanalyse die 0,00€. Bei der Festlegung durch die Regierung zum Kassenabschlag ab 2013 wurde keine Verhandlungsbasis genannt. Was die "Gesundheitsexperten" da jetzt gerade mal von sich geben, egal ob diese gerade mal pro Apotheke sind oder nicht und die Kassen am liebsten fordern würden, sollte eigentlich nicht interessant sein. Die ständige Klärung von Nachjustiermöglichkeiten geht mir auch auf den Geist. Kann man nicht mal langfristig etwas richtig machen indem man zuvor analysiert und dann festlegt. Die Ernsthaftigkeit wie man analysieren will zeigt natürlich die Tatsache das es nicht vorgesehen ist, "Dass auch Apotheker die Möglichkeit erhalten sollen, mit Kassenvertretern und Fraktionsmitgliedern über den Kassenabschlag zu debattieren". Warum auch soll man mit dem reden der die Sch*** bezahlt.

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