Streit um OP-Zertifikate APOTHEKE ADHOC, 02.08.2012 14:04 Uhr
Berlin - Die Krankenkassen fordern für planbare Operationen, zum Beispiel an Knie oder Hüfte, einen Zertifikatehandel nach Vorbild der Energiewirtschaft. Damit sollen aus Sicht der Kassen überflüssige Eingriffe vermieden werden. Bei den Ärzten trifft der Vorschlag auf Protest.
„Wir prüfen derzeit die Idee, einen Handel mit Zertifikaten für Mehrleistungen bei planbaren Leistungen einzuführen“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstand des GKV-Spitzenverbands, dem Handelsblatt. Führt ein Krankenhaus mehr Leistungen durch als vereinbart, müssen demnach Zertifikate von anderen Kliniken eingekauft werden, die ihre Leistungsmenge nicht ausschöpfen.
Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, sagte der Zeitung, die Kosten für die Zertifikate würden die Rendite der Operationen senken. Krankenhäuser, die weniger operierten, könnten mit den Einnahmen Tarif- und Sachkostensteigerungen finanzieren. Das Konzept halte Kliniken davon ab, Patienten zu Operationen zu überreden. Der Zertifikatehandel soll zunächst bei Hüft- und Knieoperationen getestet werden. Die Zahl dieser Operationen sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen.
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