Apothekenhonorar

Die Zahlen des Friedemann Schmidt Lothar Klein, 18.05.2017 14:49 Uhr

Berlin - Viel Lob hat ABDA-Präsident Friedemann Schmidt in den eigenen Reihen für seinen Auftritt vor dem Gesundheitsausschuss erhalten – vor allem für die Offenlegung der betriebswirtschaftlichen Zahlen seiner Apotheke. „Alle Achtung“, „Respekt“, heißt es beispielsweise bei den Kommentatoren. Aber es gibt auch Zweifler: „Ob man die Zahlen glaubt oder nicht, ist hingegen eine sehr persönliche Angelegenheit.“ Mit Zahlen ist das im politischen Geschäft so eine Sache. Bestätigen sich die Zweifel, ist rasch die Glaubwürdigkeit verspielt.

Nicht zum ersten Mal hat hat Schmidt im Gesundheitsausschuss die „Zahlen-Nummer“ vorgeführt. Bei den Gesprächen mit SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach und Unions-Frakionsvize Georg Nüßlein (CSU) argumentierte er auf vergleichbare Weise. Nicht alle Zuhörer waren dem Vernehmen nach hundertprozentig überzeugt von der Einkommenslage des ABDA-Präsidenten.

Nach eigenen Angaben hat Schmidt in seiner Leipziger Seume-Apotheke 36.000 Rezepte im Jahr abgerechnet. Rechnet man vom Apothekenhonorar von 8,35 Euro den Kassenabschlag runter und das 3-prozentige variable Honorar bei einem Durchschnittswert von 50 Euro je Rezept wieder drauf, ergibt das ein Apothekenhonorar von 290.000 Euro.

Mit einem Rx-Umsatz von 1,8 Millionen Euro entspricht die Seume-Apotheke also annähernd dem Wert einer statistischen Durchschnittsapotheke. Seinen OTC-Umsatz-Anteil gibt Schmitt mit „unter 10 Prozent an“. Veranschlagt man diesen Wert auf 9 Prozent, erwirtschaftet Schmidt Apotheke insgesamt knapp zwei Millionen Euro Umsatz. Als Betriebsergebnis gab Schmidt vor dem Gesundheitsausschuss 83.000 Euro an. Wenn er jetzt einen Euro Bonus auf jede Rx-Packung geben müsse, „sinkt mein Betriebsergebnis unter 50.000 Euro“. Das entspreche etwa dem Jahresgehalt eines angestellten Apothekers. Schmidt: „Damit fällt der Anreiz zur Selbstständigkeit weg.“

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