Sechs Apotheken schließen pro Woche APOTHEKE ADHOC, 09.08.2012 11:22 Uhr
Berlin - Die Zahl der Apotheken sinkt weiter: In den ersten sechs Monaten des Jahres schlossen im Schnitt sechs Filialen pro Woche, wie die ABDA mitteilte. Die Zahl der Apotheken ging um 158 auf 21.080 zurück. Insgesamt öffneten bundesweit 76 neue Apotheken, während 234 dicht machten.
Nach einem Anstieg ging die Zahl seit 2009 zurück. Im vergangenen Jahr gab es bundesweit noch rund 21.200 Apotheken inklusive Filialapotheken.
Besonders betroffen von den Schließungen sind einem Bericht der „Bild“ zufolge ländliche Gebiete. Immer dort, wo ein Landarzt die Praxis schließe, mache auch die Apotheke dicht. „Das kann auf Dauer zu Lasten einer wohnortnahen Versorgung auf dem Land führen”, sagte ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf.
Er kritisierte zudem die geplante Honorarsteigerung um 25 Cent auf 8,35 Euro pro abgegebener Packung. Diese solle für neun Jahre Arbeit und bei 30 Prozent mehr Personalkosten gelten, so Wolf. „Allein die Inflation schlägt mit 14 Prozent zu Buche. Wo bleibt da die Perspektive?”
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#12Genau so
(schleichende Proletarisierung des Mittelstandes) ist der Nationalsozialismus an die Macht gelangt. Wenn in diesem Staat niemand mehr dafür honoriert wird, Initiative zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen, wird allgemeine Lähmung eintreten, Stillstand und letztendlich der gesamtwirtschaftliche Ruin. Die südlichen Länder zeigen uns, wie sensibel so ein Wirtschaftsgefüge ist und wie anfällig. Wer soll die Autos kaufen, die in Wolfsburg, Ingolstadt und München gebaut werden? Noch ist die deutsche Wirtschaft robust und schwächelt nur leicht. Eine Apotheke gegründet oder übernommen zu haben, wird heute ein Großteil der jetzigen Inhaber bereuen. Manche zutiefst. Das Wort Feierabend bekommt ein ganz anderes Gewicht, da wird mir so mancher Selbständige beipflichten. Kann es sich dieser Staat leisten, seine Stützen wie Lehrer, Beamte, Pfarrer, Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker, Offiziere, Steuerberater, Ingenieure, sämtliche Kleinunternehmer/ Handwerker und Piloten/Busfahrer/Zugführer und alle, die ich vergessen habe, zu verprellen? Nicht eine einzige Berufsgruppe darf verschaukelt werden, wie wir jetzt verschaukelt werden. Dass es ausgerechnet FDP-geführte Ministerien sind, die uns das antun, wiegt doppelt schwer. Nicht in den kühnsten Träumen hätte ich so etwas für möglich gehalten. 40% Wahlerfolg hatte die FDP hier vor 3 Jahren gefeiert bei Apotheke-adhoc.de Jetzt wünschen wir nicht nur 0,00 sondern den Spitzen und Ministern die Krätze an den Hals. Die Ikone Genscher ist das Einzige, das ich aus den Fluten retten würde...der Rest kann versinken. Diese Partei ist Geschichte für mich. Nein, "rest in peace" wäre ein zu mildes Urteil. Als Poltergeister werden sie vergattert, wimmernd durch tiefste Dunkelheit zu irren, solange bis sie sich nicht mehr absichtlich verrechnen, die Westerwelles, Röslers, Bahrs, Brüderles und Lindners.
#11
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#8Berechnungsschwachsinn
In der Diskussion um eine Honorarerhöhung ist mir völlig unerklärlich, warum unsere eigene Standesvertretung so tut, als ob wir seit 2004 eine Ertragssteigerung von 4% erzielt hätten. Der Rohertrag ist von 33% auf 23% in den Keller gegangen. Und das bei steigenden Kosten. Ich hätte gern mein Einkommen von 2004 zurück. Die Tricksereien des Statistischen Bundesamtes sind doch reine Propaganda, um die Bevölkerung zu verdummen. Und die ABDA will Handzettel verteilen. Wenn wir die simpelsten Dinge nicht kommunizieren können, ist uns eben nicht zu helfen. Da helfen nur wilde Streiks wie bei der GDL. Doch beim Blick durch die Apothekenlandschaft fehlt mir der Glaube.
#7Wenn das so ist
nehme ich die Kritik natürlich zurück! Wer da aus "Apotheken" Filialen gemacht hat würde mich schon interessieren Übrigens: Meine ist dabei. Und ich bin absolut erleichtert deswegen!
#6Langsam...
Nein, die ABDa-Meldung war korrekt. Dort heißt es: "Jede Woche schließen bundesweit per Saldo sechs Apotheken. Die Zahl der Apotheken ist zum Ende des 1. Halbjahrs 2012 um 158 auf 21.080 gesunken. Im ersten Halbjahr eröffneten bundesweit 76 neue Apotheken, während in 234 Apotheken für immer das Licht ausging. „Viele Apotheken kämpfen ums Überleben“, sagte Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Dt. Apothekerverbände. „Es ist deshalb dringend nötig, dass die Apotheken besser honoriert werden. Sind die Versorgungsstrukturen erst einmal zerstört, können sie nicht ohne Weiteres wieder aufgebaut werden.“ Die vom Bundeswirtschaftsministerium im Referentenentwurf zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung genannte Erhöhung des Festzuschlags auf rezeptpflichtige Arzneimittel von 8,10 Euro auf 8,35 Euro bewertete Wolf noch einmal als völlig unzureichend. „Drei Prozent Honorarsteigerung für 9 Jahre Arbeit – das ist im Kern das Angebot der Politik. Im gleichen Zeitraum sind die Personalkosten einer durchschnittlichen Apotheke um 30 Prozent gestiegen. Allein die Inflation schlägt mit 14 Prozent zu Buche. Wo bleibt da die Perspektive? Unsere Befürchtung ist: Das geht auf Dauer zu Lasten einer wohnortnahen Versorgung auf dem Lande.“ Diese Pressemitteilung und weitere Informationen stehen unter www.abda.de Soweit die Originalmeldung aus Berlin aus der Jägerstraße. Was apotheke-adhoc daraus macht, ist deren Bier. Wahrscheinlich grinsen die jetzt ob der unnötigen Aufregung. Wenn man Kritik an der ABDA Meldung üben will, dann die, dass das viel zu sanft ist. Jede Woche sechs Apotheken weniger, diese Schlagzeile ist doch ein Witz. Aber dass das Apothekensterben an Dynamik gewonnen hat, ist eine ganz andere Kiste: Apothekensterben hat sich im Vergleich zu 2011 um 50% beschleunigt! Unterm Strich sterben statt 4 jetzt 6 Apotheken wöchentlich. Hochgerechnet aufs Jahr werden wir also noch mindestens 120 Apotheken verlieren. Vielleicht ist Ihre dann ja auch mit dabei.
#5Mal wieder unverständliche ABDA-Mitteilung
"schlossen im Schnitt sechs Filialen pro Woche, wie die ABDA mitteilte." Was soll denn das wieder heißen? Es schließen doch wohl nicht nur Filialen sondern auch selbstständige Apotheken. Grenzdebile Bundesbürger und / oder Schreiberlinge werden das doch sofort wieder - absichtlich oder aus Unkenntnis - falsch verstehen. Die meisten Apotheken sind wohl keine Filialen wie bei Schlecker, die man halt schließt und Angstellte entläßt, sonder hinter den meisten steht eine Existenz. Die "Dachorganisation der deutschen Apotheker" sollte sich doch wenigstens präzise ausdrücken können. Da freut man sich über eine der sehr wenigen vernünftigen PM, im Gegensatz zu der Vermeldung höherer AM-Kosten, und dann so was
#4Weitermachen !!!
Das zeigt uns doch wie notwendig solche Aktionen sind !! Die Vorurteile über die reichen Apotheker sitzen so tief, dass es einiges an Überzeugungsarbeit kosten wird, bis das endlich aus den Köpfen raus ist. Politiker sind auch nur Menschen und keiner von denen verfolgt, was bei uns seit Jahren los ist. Warum auch, hat sich doch nie jemand gewehrt ! Jeden Tag eine Schließung, das wird sich noch deutlich beschleunigen ! Viele werden das Geschäftjahr noch ordnungsgemäß rumbekommen und übrig bleiben die, die sich den Ausstieg nicht leisten können. Welche Perspektive haben wir denn mit solchen Rahmenbedingungen für die Zukunft ? Die Politiker reiben sich irgendwann verdutzt die Augen und wundern sich, warum die Menschen sich beklagen. So lange können wir aber nicht warten.
#3
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#2alleine wegen des Alters...
...vieler Kollegen und dem absolut nachvollziehbaren “Lieber jetzt als zu spät, dann muss ich mir dem Sch...ß nicht mehr antun“ werden es am 31.12.2012 (und darüber hinaus) unverhältnismäßig viele Apotheken sein, die für immer ihre Türen schließen werden. Jetzt schon eine am Tag. Wow. R.i.p.
#1Apothekenlegen
Die Perspektivlosigkeit, getragen von der Abkehr aller politischen Parteien; keine Hoffnung, dass sich das Blatt in nächster Zukunft ändern wird, ist auch in meinen Augen die Ursache für massive Schließungen in nächster Zeit. Dass sich dadurch für die Überlebenden ein Vorteil ergibt, ist ein Irrtum. Dies wäre nur der Fall, wenn die Politiker (und die vom Sozialneid geblendeten Journalisten) den Wert unserer Tätigkeit überhaupt wahrzunehmen bereit sind. Ansonsten wird die Argumentation des BMWi immer so weiter gehen: Absatzsteigerung durch weniger Apotheken, somit gestiegener Rohgewinn, wozu dann noch Ausgleich der gestiegenen Kosten? Das zerstört die über Jahrzehnte (zum Teil auch Jahrhunderte) gewachsene Apothekenlandschaft auf Dauer. In den neuen Bundesländern werden die Fortschritte des besseren Versorgungsnetzes der letzten 20 Jahre kassiert. Die Altbundesländer bluten bis in die Mitte der 80er zurück.