Postkartenaktion

DocMorris: CSU schaltet Datenschützer ein APOTHEKE ADHOC, 19.05.2017 13:37 Uhr

Berlin - Auf dem Höhepunkt des Streits um das Rx-Versandverbot startete DocMorris eine Postkartenaktion: Mehr als 140.000 Protest-Postkarten gingen bei den Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein. Das sorgte schon mehrfach für Ärger. Jetzt könnte der Vorgang eine neue Dimension erreichen: Die CSU-Landesgruppe schaltete jetzt wegen hunderter angeblich gefälschter Postkarten die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff (CDU) ein.

In Gang gebracht hat die Angelegenheit der Münchener CSU-Abgeordnete Wolfgang Stefinger. Rund 800 Postkarten sind bei ihm eingegangen. „Die Briefe und Postkarten kommen seit Anfang April wäschekörbeweise in mein Büro“, so Stefinger. Alle Absender stammten aus München und zwar aus den Stadtteilen Bogenhausen, Trudering, Haidhausen, Ramersdorf und aus der Altstadt.

Jedes einzelne dieser Schreiben hat er am vergangenen Wochenende mit einem persönlichen Brief beantwortet. Seitdem werde sein Anrufbeantworter vollgelaufen mit Anrufen von Bürgern, die sich bitter darüber beschwerten und wissen wollten, woher er ihre Adressen kenne. Sie seien zwar DocMorris-Kunden, aber sie hätten Stefinger gar nicht angeschrieben. Auch das Telefon in seinem Büro steht nicht mehr still: „Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang“, findet Stefinger.

Pikant dabei sei, dass in dem von DocMorris vorgefertigten Schreiben die Rede von einer „wichtigen persönlichen Angelegenheit“ sei. „In meinen Augen ist es ein Skandal, dass ich Briefe von Bürgern erhalte, ohne dass diese davon wissen“, so Stefinger.

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