Landarztmangel

Bis zu 76.000 Euro Praxiszuschuss APOTHEKE ADHOC/dpa, 18.05.2017 17:47 Uhr

Berlin - Zuschüsse für Praxisgründer, Stipendien für Medizinstudenten sowie Gelder für innovative Projekte wie den Patientenbus: Mit einer Vielzahl an Initiativen will Niedersachsen den drohenden Hausärztemangel in ländlichen Regionen verhindern. Gesundheitsministerium und Kassenärztliche Vereinigung haben ein Maßnahmenpaket aufgelegt.

Nach einer Prognose wird im Jahr 2030 in ganz Niedersachsen das Angebot an Hausärzten um etwa 20 Prozent kleiner sein als der Bedarf. Um einen Versorgungsgrad von 100 Prozent zu erreichen, müssten bis 2030 etwa 1050 neue Hausärzte ausgebildet werden. Nach Worten von Ministerin Cornelia Rundt (SPD) überlegt sich die rot-grüne Landesregierung, die Medizinstudienplätze vor allem in Oldenburg aufzustocken. Finanzieren müsse das allerdings der Bund.

Dem drohenden Hausärztemangel müsste frühzeitig entgegengewirkt werden, sagt auch Mark Barjenbruch. „Wir müssen mehr Köpfe ausbilden“, so der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Junge Ärzte seien nicht mehr bereit, 60 oder 70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Zudem müsse die Infrastruktur auf dem Land für die ganze Familie stimmen. „Wir brauchen Kindertagesstätten und Schulen.“

Das gemeinsam von Regierung und KVN vorgelegte „Konzept zur Versorgung der vertragsärztlichen Versorgung 2030“ sieht unter anderem Zuschüsse für die Neueinrichtung von Praxen. Bis zu 60.000 Euro an Investitionskosten will die KVN in Gebieten mit besonderem Bedarf, bis zu 76.000 Euro gar in Regionen mit bestehender oder drohender Unterversorgung zuschießen.

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