Linz: Rösler und Bahr haben Angst dpa, 04.08.2012 11:07 Uhr
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Kampagne am HV-Tisch: Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, will Stimmung gegen die FDP machen, wenn die Apotheken weiter geschwächt werden.Elke Hinkelbein
Hannover - Die von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) geplante Erhöhung des Apothekenhonorars um 25 Cent wird nach Ansicht von Magdalene Linz, Kammerpräsidentin in Niedersachsen, ein Massensterben von Apotheken verursachen. „Nach dem Ärztemangel wird dann auch ein Apothekermangel insbesondere in ländlichen Regionen unvermeidbar sein“, so Linz.
Die Erhöhung auf 8,35 Euro sei „ein Schlag ins Gesicht aller Pharmazeuten“, sagte Linz. Die Apotheker fordern stattdessen eine Anhebung des Zuschlags auf 9,14 Euro. „Um die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nur ansatzweise auffangen zu können, muss der Zuschlag mindestens auf 8,90 Euro steigen.“
Ein Großteil der Apotheken in Deutschland stehe finanziell mit dem Rücken zur Wand und könne die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln nicht mehr aufrechterhalten. Der Politik seien die Probleme der Apotheker sehr wohl bekannt, sagte Linz. Rösler und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hätten jedoch Angst, für die „berechtigte Forderung“ einzustehen, weil die FDP tief in der Krise stecke.
„Sie haben Angst, dass die Erhöhung dann als Geschenk für Apotheker und als Klientelpolitik kritisiert wird“, so Linz. Nachdem die letzte Erhöhung der Vergütung aus dem Jahr 2004 stamme und die laufenden Kosten der Apotheker seither massiv angestiegen wären, sei sie berechtigt. Politik müsse auch das „Rückgrat“ haben, dafür einzustehen.
Linz appellierte, die „nachweisbaren Berechnungsfehler“ im Entwurf aus dem Hause Rösler zu korrigieren. Für den Fall, dass der Entwurf am Ende als Gesetz zum Tragen kommt, prognostizierte Linz den schwarz-gelben Koalitionen im Bund und in Hannover „eine Quittung“ bei Landtags- und Bundestagswahl. „Wir Apotheker haben einen direkten Kontakt zu den Menschen, und diese unterstützen uns.“ Eine weitere Schwächung der Apotheken würden die Wähler nicht tolerieren.
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#12@11 Richtig.
Die Berufständischen Organsationen sind mit ihren Anforderungen gewachsen und erzeugen auch komplizierter werdende Daten. Wir Apotheker arbeiten mit einem Mini-Teil der relevanten Daten. Es ist notwendig, die grobe Struktur der wichtigen Daten herauszuarbeiten und quer durch alle Berufe gesamtwirtschaftlich auszuwerten. Völlig richtig erkannt. Die Erklärung des BMG zeigt uns doch, daß lokale, nationale Politik die Verantwortung auf die berufständischen Organisationen innerhalb Deutschlands und Europa abschütteln wollen. Deren Argument ist doch jetzt schon total spröde...
#11traue keiner Statistik...
...jeder kennt den Spruch. Soweit ich informiert bin, müssen die Krankenkassen aufgrund eines Gesetzes ihre Statistik veröffentlichen. Es muss endlich (ebenfalls gesetzlich) dabei deutlich ausgewiesen werden, wieviel % der Gesamtausgaben überhaupt Apothekenhonorar (Apo-Abschlag natürlich schon abgezogen) darstellt. Ich habe das in noch keiner einzigen offiziellen GKV-Statistik gesehen. Jeder Laie denkt doch automatisch, dass mit gestiegenen Arzneimittelausgaben auch unser Honorar gestiegen sei. Es ist ein kleiner, aber feiner und vor allem wichtiger Schritt. Ich zähle nämlich auch Politiker zu den Laien, und das würde uns eine deutlichere Ausgangslage bescheinigen als jegliches (falsches) herumgerechne mit irgendwelchen Zahlen. Zu #10 (ernst zu nehmende politische Gegner): Geht in erster Linie nur über STREIK. Ich wäre bereit.
#10kostensteigerung der aok ingolstadt
für die jahre 2007 bis einschließlich 2011 für arzneimittel: 2,6 % steht heute im donaukurier: letzten Jahr über 1,6 Milliarden Euromehrals vor fünf Jahrenfür die Gesundheitsversorgung im Freistaat zur Verfügung gestellt. Dies entspreche einer Erhöhung um mehr als 16 Prozent. Der Verbraucherpreisindex sei seit 2007 lediglich um 6,54 Prozent gestiegen. Somit liege die Steigerung für Gesundheitsausgaben mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Preissteigerung. Diese Entwicklung mache auch nicht Halt vor der AOK in Ingolstadt. Hier betraf die höchste Steigerungsrate seit 2007 die Krankenhauskosten mit 22 Prozent. Es folgen mit 15 Prozent die Kosten für die ambulante Versorgung. Lediglich um 2,6 Prozent erhöhten sich im gleichen ZeitraumdieAusgaben für Arzneimittel, nachdem in den Jahren zuvor zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen waren. Beiratsmitglied Karl- Heinz Katzki führt dies auf die erfolgreichen Rabattverträge zurück. Die Politik hat Rabattverträge gesetzlich ermöglicht und gewünscht und die AOK habe sie gegen den Widerstand der Pharmaindustrie durchgesetzt. Zusätzlich zu den Gesundheitsausgaben ergab sich für die hiesige AOK auch eine Steigerung im Bereich der Pflegeversicherung um weitere 15 Prozent. @#9: und wir müssen uns mal als ernstzunehmende "gegner" im politischen bereich positionieren. bisher sind wir nur die klassendeppen.
#9Kollegin Aures...
... hat Recht. Zu #4/5: Es interessiert unsere Kundschaft so was von gar nicht, wie es uns geht und erst Recht nicht, wie unsere Einstellung gegenüber der FDP ist. Wir müssen den Kunden klar machen und/oder jeden Tag zeigen, WAS und DASS wir vieles/alles (für sie) machen, und zwar bisher ohne extra Entlohnung. Und dass das, was uns die GKV dafür gibt, noch nicht einmal kostendeckend ist. Und wenn unsere Kunden unseren Service weiterhin nutzen möchten, wir sie auf unsere Seite bringen müssen, sonst gehen wir [Apotheker] mit der Zeit alle unter. Und zu Frau Kollegin Linz: Hochlöblich, Ihr Vorgehen, aber aus genanntem Grund aus meiner Sicht leider nur heiße Luft...
#8Wo ist sie denn...
Wo ist denn eigentlich die Präsidentin der deutschen Apothekerkammer? Möchte Sie sich nicht auch mal ein bischen in die Diskussion einbringen?
#7glaub ich nicht
wenn es die Angst gäbe, wäre die Kürzung oder Aufhebung des Apothekenabschlags an die Krankenkassen beschlossen worden. Außer den Kassen hätte das keiner bemerkt und wäre viel vernünftiger.
#6FDP fuer die Scheiter hauffen bitte!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich kann nuer beteuern so schnell wie moeglich weck und das fuer mehrere Amtsperioden.Eine beschaemende Bande von Idioten und Unfaehigen Menschen!!!!!! Ich bitte alle Apotheker und Mitarbeiter nicht FDP zu waehlen!!!!!! Meine persoenliche Meinung!!!!!!
#5@#4
kleiner einspruch: wir müssen nicht (nur )GEGEN die fdp politik machen, sondern wir müssen vor allem FÜR UNS politik machen. heute heißt unser "herr und meister" fdp, nach der wahl cdu oder spd, oder rosaroter panter und dann geht das ganze spielchen mit neuen ideen, uns zu knechten wieder fröhlich weiter, wenn wir weiterhin unsere lichter unter den scheffel stellen und weiterhin wie ein geprügelter hund jeglichen brocken - und sei er noch so klein, vergammelt und vergiftet - mit demütigem schwanzwedeln annehmen.
#4und trotzdem...
chapeau, frau linz...... wenn auch zunächst nur eine ernsthafte ankündigung, dennoch richtige worte zum thema. wenn sich nichts ändert, werden wir massiv politik gegen die fdp machen müssen. 21.000 wahlinformationen hinterlassen wirkung. das scheinen rösler und bahr zu unterschätzen.
#3im endeffekt...
sind das die reflexhaften versuche einer im treibsand steckenden partei, sich irgendwie aus dem selbstgeschaufelten grab zu befreien. die rechnung : apotheker düpieren = wählerstimmen der normalbürger zurückgewinnen wird nicht aufgehen. die noch verbleibenden anhänger machen die verlorenen wähler der apotheken- und ärztelandschaft nicht wett. dabei hätten sie es so einfach haben können: krankenkassen in die schranken verweisen, abschlag (deutlich) runter, fertig ist der lack. und die bevölkerung hätte sie bejubelt (naja. ein bißchen gelobt...), denn den versicherten stinken die allmachtsfantasien der gkv auch schon lange. das hätte a) die apothekerschaft mitgetragen - und nach außen getragen !! b) was ist denn die reaktion der kunden, wenn wir 5 € verlangen, wo 2 wochen vorher noch nix zu zahlen war ? ja,ja, die kassen, die ham's nötig, aber glaspaläste hinstellen. einen schritt in diese richtung hat herr spahn vor ein paar monaten gemacht / gewagt .
#2 Angst
„Sie haben Angst, dass die Erhöhung dann als Geschenk für Apotheker und als Klientelpolitik kritisiert wird“ so Linz. Wenn die FDP eine Erhöhung um 1,04 Euro beschlossen hätte, wäre exakt das gleiche Rauschen durch den deutschen Blätterwald gegangen wie jetzt bei den 25 Cent. Und nach 2 Tagen hätte sich der Sturm gelegt. So what? Auch bei 5 Cent Erhöhung wäre das Gezeter der Medien und Apothekenhasser groß gewesen. Nein, die FDP will den Apothekern nicht mehr geben. Im Gegenteil. Die würden am liebsten sofort 6000 Apotheken dichtmachen und den Rest in MVZs integrieren. Wohnortnahe Versorgung, dass ich nicht lache! Was Bahr und Rösler z.B. wirklich interessiert: "Damit auch die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft von der weltweit steigenden Nachfrage nach Gesundheitsprodukten profitieren, hat der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, gemeinsam mit dem Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr, heute in Berlin die Exportinitiative des Bundeswirtschaftsministeriums „Health made in Germany“ vorgestellt." (aus: http://www.bmg.bund.de/ministerium/presse/pressemitteilungen/2011-03/exportinitiative-gesundheitswirtschaft.html ) Ist zwar auch zu 90% heiße Luft, aber es zeigt, wie sehr den beiden das Wohl der kranken Menschen am Herzen liegt, um die es ja im Gesundheitswesen eigentlich gehen sollte.
#1Druck
„Wir Apotheker haben einen direkten Kontakt zu den Menschen, und diese unterstützen uns.“ Eine weitere Schwächung der Apotheken würden die Wähler nicht tolerieren. Man fragt sich warum erst jetzt. Warum lässt man das Kind erst in den Brunnen fallen, dort fast ertrinken und versucht es dann zu retten??