Sommerfest

Lindner in der Höhle der ABDA-Löwen Lothar Klein, 18.05.2017 13:00 Uhr

Berlin - Normalerweise gehören Bundestagsabgeordnete, deren Mitarbeiter, Referenten auch aus dem Bundesgesundheitsministerium, Staatssekretäre und Minister zu den Besuchern des traditionellen ABDA-Sommerfestes. Stargast in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg war dieses Jahr aber nicht nur Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), sondern der Vorsitzende der liberalen außerparlamentarischen Opposition, Christian Lindner (FDP). Der verlebte allerdings keinen entspannten Abend bei Grillgut und Getränken. Umzingelt von vielen ABDA-Funktionären musste sich Lindner intensiven Diskussionen erwehren.

Dass der außergewöhnliche Gast keinen leichten Stand haben würde, dafür sorgte Parteifreund und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt höchstpersönlich: Das politische Highlight des Jahres sei ausgerechnet ein Vorschlag der SPD – nämlich, dass die Sozialdemokraten in ihrem Regierungsprogramm ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit forderten, so Schmidt. Berliner Lobbyisten könnten sich mit dieser Idee leicht anfreunden. Und als politisches Negativ-Erlebnis brandmarkte der ABDA-Präsident die FDP, ohne sie vorerst namentlich zu nennen. „Darüber können Sie mit Christian Lindner ja gleich selbst diskutieren“, fügte er dann aber lächelnd hinzu.

Als Lindner gegen 21 Uhr eintraf, eskortiere Schmidt den FDP-Chef durch das Kirchenschiff in den dahinter gelegenen Garten: „Gut, dass ich Sie endlich einmal persönlich treffe“, nutzte Dr. Klaus Michels, Vorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) die Gelegenheit. Vergeblich hatte Michels nämlich versucht, mit Linder, der auch als FDP-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl angetreten war, einen persönlichen Gesprächstermin zu bekommen. Lindner hatte Michels abblitzen lassen und stattdessen Angela Freimuth und Susanne Schneider, FDP-Fraktionsvize beziehungsweise gesundheitspolitische Sprecherin im NRW-Landtag als Ersatz geschickt.

Die FDP spricht sich in ihrem Wahlprogramm nicht nur für die Abschaffung des Fremdbesitzverbotes aus. Sie sagt Nein zum Rx-Versandverbot. Zum Auftakt des FDP-Parteitages hatte Lindner mit Blick auf diesen Streit klargestellt, die FDP sei „nicht die Partei organisierter Interessen, sondern die Partei für die Wahlfreiheit der Kunden“.

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