Kommentar

Apotheker brauchen gute Nerven Lothar Klein, 15.05.2017 14:34 Uhr

Berlin - In Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die CDU unter Spitzenkandidat Armin Laschet einen so nicht erwarteten Wahlsieg eingefahren. Für die SPD ist ihr politisches Stammland verloren. Das verunsichert nicht nur SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Auch die Apotheker müssen sich bis auf Weiteres auf politische Unsicherheiten einrichten und brauchen gute Nerven, kommentiert Lothar Klein.  

Am Tag nach der NRW-Wahl reiben sich viele verwundert die Augen. Der Sieg der CDU fiel deutlicher aus, als die Umfragen zuvor nahelegten. Das war schon im Saarland so und auch eine Woche zuvor in Schleswig-Holstein. Die Demoskopen haben ihre Glaskugeln nicht mehr im Griff. Auch das ist ein Trend. Verunsicherung aller Orten.

Die Wahlverlierer sind schneller und einfacher identifiziert als die vielen offenen politischen Fragen zur NRW-Wahl beantwortet. Ohne ihr Stammland NRW kann die SPD die Bundestagswahl so gut wie abschreiben. Wer glaubt noch an einen Siegertypen Martin Schulz, der sichtlich vom politischen Leberhaken gezeichnet ist? Womit will die SPD jetzt noch punkten, wenn sie in Nordrhein-Westfalen für ihre Politik abgewählt wurde? Aus dem fest eingeplanten Sieges-Marathon von SPD-Kandidat Schulz bis zum 24. September wird jetzt der Leidensweg für eine verunsicherte Partei. Einen positiven Schulz-Effekt gibt es nicht. Das steht fest.

Aber auch die Wahlsieger haben kein leichtes Spiel. So schnell wird sich in Düsseldorf Armin Laschet nicht zum neuen CDU-Ministerpräsidenten wählen lassen können. FDP-Chef Christian Lindner ließ direkt nach der Wahl die Muskeln spielen. Und die FDP muss dem Vorurteil entgegenwirken, sie stürzte sich bei erstbester Gelegenheit wieder ins gemachte Koalitionsbett mit der CDU. Das Bild von der FDP als Anhängsel der CDU weckt alles andere als gute Erinnerung bei den Freien Demokraten.

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