AMG-Novelle

Koalition spricht über Null-Retax und Antikörper Benjamin Rohrer, 14.06.2012 12:36 Uhr

Berlin - Null-Retaxationen könnten bald der Vergangenheit angehören: Bei der heutigen Koordinierungsrunde zwischen Union, FDP und dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) soll entschieden werden, ob in die AMG-Novelle ein entsprechendes Verbot für die Kassen aufgenommen wird. Auf den letzten Drücker könnte die Koalition auch noch die Auflagen für die Herstellung von Antikörper-Lösungen beschließen.

Dem Vernehmen nach drängt insbesondere die Union weiter darauf, dass die Kassen künftig nicht mehr auf Null retaxieren dürfen. Weil die ABDA bei der öffentlichen Anhörung eine gesetzliche Klarstellung gefordert hatte, wurde das Thema nochmals auf die Agenda gesetzt.

Schon im Positionspapier zur AMG-Novelle hatten CDU/CSU die von einigen Betriebskassen durchgeführten Retaxationen aufgrund von Formfehlern als „inakzeptabel“ bezeichnet. Die Meinung der Gesundheitsexperten der FDP zu dem Thema ist derzeit noch unklar.

Zuletzt war der Vorstoß der Politiker aber ins Wanken geraten: In Nordrhein-Westfalen hatten die Apothekerverbände einen neuen Liefervertrag ausgehandelt, der Null-Retaxationen weitgehend ausschließt. Danach hatten auch Novitas BKK, die BKK vor Ort und die BKK Hoesch auf ihre Rückforderungen von Apotheken verzichtet. In der Anhörung hatte sich dann der GKV-Spitzenverband gegen eine Gesetzesänderung ausgesprochen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 15.Juni 2012, 09:12Uhr
    Community Mitglied

    #3Hier wird über gelegte Eier diskutiert

    mal wieder. Mit der heutigen Gesetzeslage dürfte jeder Kollege gute Chancen haben, gegen Nullretax vorzugehen. Auch wenn dies nicht für jeden Einzelfall, oder eher sogar meistens gar nicht wirtschaftlich sein dürfte, würden die Krankenkassen bei massenhaften Klagen (wo bleibt die apotherkerliche Solidarität) ihre Praxis schnell einstellen. Insofern sind die Gesrpäche und Gesetzesvorlagen unnötig, denn --> wir sind die Apotheker !!

  • 15.Juni 2012, 08:27Uhr
    Community Mitglied

    #2angeblich

    zieht die Kasse dem Arzt den um alle Rabatte gekürzten Arzneimittelpreis von seinem Budget ab - hat mir mal ein Außendienst'ler erzählt, der Ärzte besucht. Demnach vor allem dann blöd für ihn, wenn a) der Arzt ein günstiges Generikum per aut-idem verordnet, der abgegebene Rabattpartner zwar teuer ist und b) ein Präparat zuzahlungbefreit ist. Die Verordnung von zuzahlungbefreiten Arzneimitteln ist schlechter, da die Kasse ja 5,- bis 10,- draufzahlt (gilt nur bei den Präparaten, die aufgrund der Festbeträge zuzahlungbefreit sind). Aber wie gesagt: nur vom Hörensagen. Wie sich dass ganze bei Retaxationen verhält, ist mir so früh am morgen noch zu viel Hirnarbeit... ;)

  • 14.Juni 2012, 13:58Uhr
    Community Mitglied

    #1Wer kann es mir vorrechnen?

    Also ein Rezept wird auf Nullretaxiert......die Ware ist komplett abgegegen von mir bezhalt und die Krankenkasse erhält die 5,00 Zuzahlung streicht mir aber den kompltten Betrag. Macht die Krankenkasse auch den Herstellerrabatt gegenüber den Firmen geltend? Beastet die KK auch das Budget des Arztes? Was wird vom Budget des Arztes überhaupt "abgezogen" ist es der Listenpreis oder der Preis minus dem Hertsellerrabatt? Ich kenne mich wirklich nicht aus....wer kann es mir vorrechnen?

Neuere Artikel zum Thema