Ärztesoftware

Keine automatischen Kreuze mehr Benjamin Rohrer, 10.07.2012 15:37 Uhr

Berlin - Die Apotheken sollen nach dem Willen der ABDA nur noch mit zertifizierter Software arbeiten. In den Arztpraxen ist dies seit Anfang Juli Standard: Die Programme müssen eine manipulationsfreie Verschreibung gewährleisten. Pharma-Werbung darf nur noch speziell gekennzeichnet auf dem Bildschirm erscheinen, das automatische Setzen von aut-idem-Kreuzen ist verboten.

Schon 2006 hatte die große Koalition mit dem Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) vorgegeben, dass die Ärzte beim Verschreiben von Medikamenten nicht durch Werbung manipuliert werden dürfen. Gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) daraufhin neue Anforderungen an die Softwarehäuser erarbeitet, die nun verpflichtend geworden sind.

Künftig ist die Werbung in der Verordnungssoftware nur in Form von eigens gekennzeichneten Werbefenstern zulässig. Eine irreführende Darstellung als „Informationsfenster“ ist nicht mehr erlaubt. „Fachliche Inhalte und Werbung haben getrennt zu sein“, heißt es bei der KBV.

Beim Klicken auf die Werbefenster dürfen die Mediziner zudem nicht mehr automatisch zum Ausstellen eines Rezeptes weitergeleitet werden. Wenn der Arzt es wünscht, muss der Hersteller sogar eine komplett werbefreie Software liefern. Dafür müssen die Mediziner aber mehr zahlen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 5 Kommentare
  • 11.Juli 2012, 07:22Uhr
    Community Mitglied

    #5alles was zertifiziert ist, ist gut

    wer diesen Satz glaubt (Glauben und nicht Wissen) hat mit der Praxis auf dieser Welt nichts zu tun. Jede nicht zertifizierte Apothekensoftware ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besser, als jede zertifizierte Arztsoftware zur Medikamentenauswahl. Da wird wieder aus einem Umstand (Arztsoftware wird zertifiziert) die falsche Schlußfolgerung ( Apothekensoftware muß zertifiziert werden) gezogen. ABDA, habt Ihr nichts mehr zu tun? Ihr habt den inhabergeführten Apotheken schon genügend kostenpflichtigen Sch.. eingebrockt. Haltet Euch schön zurück, das BMG braucht nicht noch Einflüsterer, die kommen auch so auf genügend Blödsinn (auch Dank Eurer bisherigen Hilfe). "Pharmawerbung darf nur noch gekennzeichnet ..." Bitte konsequent sein: Erster Punkt jeder Zertifizierungscheckliste muß sein - Werbefreie Software - sonst taugt die ganze Zertizierung nichts.

  • 10.Juli 2012, 23:22Uhr
    Community Mitglied

    #4

    Dieser Kommentar wurde entfernt.

  • 10.Juli 2012, 18:00Uhr
    Community Mitglied

    #3Manipulationsfrei ???

    Wie geht Manipulation bei Rabattverträgen in der Apothekensoftware bitte ? Was die Software angeht, sind wir den medizinern um lichtjahre voraus. A propos manipulationsfrei : in der Software verboten -- als Cashzahlung höchstrichterlich erlaubt ?! Wie passt das zusammen? Die rechte Hand tippt und die Linke wird derweilen aufgehalten ??

  • 10.Juli 2012, 17:15Uhr
    Community Mitglied

    #2Erst nach der Verordnungshoheit rufen

    und dann den Verlockungen der Werbung erliegen. Es war mir schon immer unklar wie man auf den Werbebanner überfrachteten Bildschirmen das wichtige erkennen kann. Da sind mir doch die lieber, die extra im roten Buch nachsehen.

  • 10.Juli 2012, 16:57Uhr
    Community Mitglied

    #1Äh..

    ..mit was für Software haben die Ärzte denn bisher gearbeitet?? Da wundert mich jetzt bei manchen Verschreibungen nix mehr. Werbung in der Software und dafür dann weniger zahlen..

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