KBV-Kampagne

„Ich bin Arzt. Ich werde Ihnen fehlen.“ APOTHEKE ADHOC, 15.09.2013 09:38 Uhr

Berlin - 15 Millionen Euro in fünf Jahren: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fährt seit Frühjahr eine Mega-Kampagne, um das Image der rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten aufzupolieren. Auf Plakaten und City-Lights sind echte Mediziner zu sehen, die mit prägnanten Sätzen in Szene gesetzt werden. Nach der ersten Runde wurden die Botschaften – pünktlich zum Wahlkampf – direkter.

Von Ende April bis Mitte Mai lief der erste Teil der Kampagne. „Ich bin Arzt. Ich arbeite für Ihr Leben gern“, prangte es neben den Gesichtern der Mediziner, die im Vorfeld von den KVen in den Ländern angesprochen und von einer Agentur unter anderem beim Hauptstadtkongress gecastet worden waren. Vor der Tagesschau lief außerdem ein Werbespot, ebenfalls mit echten Ärzten.

Der zweite „Flight“ lief von Ende August bis Mitte September. Die Motive waren dieselben, nur diesmal hatten es die Botschaften in sich: „Ich bin Arzt. Ich werde Ihnen fehlen“, hieß es etwa. Oder: „Ich bin Arzt. Ich bin eine aussterbende Spezies.“ Auf weiteren Motiven wurden etwa die vielen Zusatzleistungen, die ohne Vergütung erbracht werden, oder die Nachwuchssorgen der Ärzte thematisiert.

„In der ersten Phase der Kampagne ging es darum, Aufmerksamkeit bei den Bürgern zu erzeugen. Das ist uns gelungen“, sagt KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. „Nun gehen wir mit inhaltlich deutlicheren Botschaften in die zweite Phase. Auf einer sachlichen Ebene thematisiert die Kampagne die kritischen und häufig einschränkenden Aspekte der Arbeitsbedingungen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten.“

Mehr als 5000 Plakatflächen wurden gebucht, explizit nicht nur in den Großstädten. Parallel gab es einen Kinospot, der augenzwinkernd angelegt war. Die nächste Runde ist erst im kommenden Jahr geplant, zur Ausrichtung wollte man bei der KBV noch nichts verraten.

Bezahlt wird die Kampagne übrigens mehr oder weniger direkt von den Ärzten: Auf der KBV-Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr wurde verabschiedet, dass pro Praxis monatlich ein niedriger einstelliger Eurobetrag für die Imagewerbung abgeführt wird.

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