Bereitschaftsdienst

Kassenärzte wollen nachts dispensieren APOTHEKE ADHOC, 11.05.2012 14:59 Uhr

Berlin - Nach dem Deutschen Hausärzteverband fordern auch die in der „Freien Allianz der Länder-KVen“ (FALK) zusammengeschlossenen Kassenärztlichen Vereinigungen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern ein Dispensierrecht für Ärzte. Zufall oder nicht: Auch gegen das ABDA/KBV-Modell sind Hausärzte und FALK-Doktoren gleichermaßen.

Laut FALK soll aber nur für den Bereitschafts- beziehungsweise Notdienst und nur für bestimmte Wirkstoffe und Medikamentengruppen ein eingeschränktes, vertraglich geregeltes Dispensierrecht eingeführt werden. Eine Apotheke soll für die Befüllung des Koffers zuständig sein.

Den Vorstände der vier KVen zufolge könnten so „bestehende Probleme bei der Akutversorgung der Patienten gerade in Flächenländern“ gelöst werden. Denn gerade bei der Akutversorgung im Bereitschafts- beziehungsweise Notdienst führe das Dispensierverbot immer wieder zu Problemen: „Denn für Patienten, die zu sprechstundenfreien Zeiten in den Bereitschaftsdienstzentralen, Praxen oder gar vom Hausbesuchsdienst versorgt werden, beginnt danach die Suche nach der nächsten geöffneten Apotheke. Gerade nachts und in ländlichen Gebieten ist dies kompliziert und führt nicht selten dazu, dass sich die notwendige Behandlung mit Medikamenten verzögert.“

In einer gemeinsamen Erklärung der Vorstände heißt es: „Die Versorgung der Patienten im Notdienst gerade auf dem Land wird sich durch eine entsprechende Änderung deutlich verbessern. Besonders bei der Versorgung geriatrischer Patienten erwarten wir Fortschritte, wenn Medikamente aus einem z. B. durch die Kassenärztlichen Vereinigungen vorgehaltenen Bestand unmittelbar vom behandelnden Arzt abgegeben werden können. Dies wird die Therapietreue der Patienten stärken.“ In Ländern wie der Schweiz und in Japan könnten Arzneimittel grundsätzlich von Ärzten abgegeben werden – und die Erfahrungen dort seien sehr positiv.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 13 Kommentare
  • 14.Mai 2012, 09:43Uhr
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    #13Ruhig bleiben! Das wird nie etwas!

    Das wird nie etwas, weil sich erstens die Ärzte niemals auf z.B. einen einzigen gemeinsamen Amoxicillin von einem Hersteller einigen können und weil zweitens dies dann auch wieder kartellrechtlich nicht erlaubt wäre (Über Rabattgesetze brauchen sie ja wegen "cito!" im Notdienst nicht nachzudenken). Um kartellrechtlich sauber zu sein und jedem Arzt jede Individualität zu erhalten, müssten erst einmal sämtliche Ärzte den Führerschein Klasse II (LKW) bestehen,... - Luuuschtig, oder?

  • 13.Mai 2012, 10:39Uhr
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    #12Kommunikation Arzt-Apotheker-----

    --- im Notdienst nicht nur per Rezept, sondern über eine telefonische, verpflichtende!!!! Kontaktaufnahme des Arztes mit der vom Patienten anzugebenden Notdienst-Apotheke. Das wäre Kollegialität im Gesundheitswesen zum Wohl des Patienten!!!!---- Im Zeitalter der unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten eigentlich kein Problem. Die "Kollegialität" der ApothekerInnen und Ärzte scheitert allerdings leider immer wieder an der mit Zähnen und Klauen verteidigten "Therapiefreiheit" der Ärzte, die damit oft auch ihre "dubiosen" Therapieversuche rechtfertigen. Evidenzbasierte Therapie, --evidenzbasierte Medikationslisten, wie man sie in dem ABDA/KBV- Modell einbringen könnte, die dann auch eine "Notdienstliste" beinhalten könnte,-- wäre eine wichtige Voraussetzung. Da aber Medizin eine "Kunst" ist, und somit die Mediziner "Künstler" werden sie im Berufsrecht weiterhin ihre "künstlerische Freiheit" mit allen Mitteln verteidigen. ---- Auch wenn bei "künstlerischer Freiheit" die meisten "Kunstwerke" nur sehr "durchschnittlich" und nicht selten " künstlerischer Mist" sind. Würden Apotheker und Ärzte gesetzlich verpflichtet, sich zum Wohl des Patienten besser zu ergänzen, ohne dass die Ärzte auf ihrem absoluten Hoheitsanspruch verharren, würde bessere "Heilkunst" entstehen.

  • 12.Mai 2012, 13:12Uhr
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    #11Ist das der Versuch sich selbst abzuschaffen???

    1. Bei mir ist soviel los, dass ich froh sein kann mal 1-2 Stunden zu schlafen und zum großen Teil dringende Akutversorgung. 2. Leisten wir zusammen mit den Ärzten einen wichtigen Beitrag zur 24 Stunden Notfallversorgung und propagieren das auch immer wieder als Teil unserer Existenzberechtigung. Wenn der ein oder andere sich im Notdienst langweilt, dann sollte man nicht versehentlich am Stuhl sägen! Wie schon erwähnt sind viele regionale Versuche das Verordnungsverhalten der Ärzte mit den Apotheken abzustimmen an der Hoheit der Ärzte gescheitert.

  • 12.Mai 2012, 10:47Uhr
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    #10Notdienst abschaffen

    Die Vorstellung keine Notdienste mehr absitzen zu müssen, ist ne schöne Sache, allerdings wird dies wohl niemals Realität werden, da immer irgendein Schnösel rufen wird: "Aber was machen dann die ganzen totkranken Leute die nachts um 3 noch dringend ne Packung Ricola Alpinfresh (nur die blauen! nicht die gelben!) brauchen?!". Mal im Ernst, wer kommt im Notdienst um seine schweren und akuten Krankheiten zu kurieren? Richtig - Niemand. An der Tagesordnung sind Hustenbonbons, Nasenspray, Spritzen plus Kanüle und Antibiotikarezepte von vor 3 Tagen. Den Notfall im Notdienst hab ich schon lange nichtmehr getroffen.

  • 12.Mai 2012, 08:54Uhr
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    #9zu nr 7

    riesen LoL . woher kenn ich diesen praxisnahen Mist nur Notdienst Pauschalvergütung dringend nötig , damit endlich zumindest finanzielle Grunddeckung da ist. zudem nach 22 Uhr nur noch mit taggleicher ärzlicher Verordnung . Dann hört diese Ferndiagnosestellung der Ärzte endlich auf

  • 11.Mai 2012, 23:05Uhr
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    #8@ #6 Herr Flöter

    "Leider müssten dafür aber Menschen vernünftig und verbindlich miteinander reden." Lassen Sie uns an die ABDA schreiben, dort sollen Vorschläge an die KVen ausgearbeitet werden. Unter Beteiligung aller Apothekenleiter in Deutschland! Basisdemokratisch sozusagen. Die neuen Medien machen's möglich. Theoretisch geht das sogar über die reine "Logistik" hinaus... "Derartige Anläufe wurden x-fach gestartet- und immer im Frust beerdigt." Kann mich nicht erinnern, bin ich zu jung oder hat einfach keiner ALLE gefragt? In diesem Fall, s. oben. Vielleicht kriegen wir es hier organisiert: apothekerprotest.de

  • 11.Mai 2012, 18:02Uhr
    Community Mitglied

    #7Wieso denn kein Notdienst für Apotheken mehr ??

    Schwagerschaftsteste Babynahrung alte Pillen- und andere Rezepte 1 Paracetamol zum gleich nehmen Insulinspritzen Schnuller etc. pp werden vom Dispensierkoffer sicher nicht abgedeckt Schwierig werden auch die telefonischen Verordnungen ala "der Dr. hat mir gesagt ich solle mir das holen weil er nicht kommen kann/will"

  • 11.Mai 2012, 17:46Uhr
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    #6@4

    Danke Herr Flor! Im Grundsatz endlich mal die Richtige Denke. Allerdings sollte das (zuvor zwischen Äzten und Apotheke abgestimmte) "Wunschpaket" in der Apotheke liegen, da die Kassen mit Sicherheit nur die tatsächlich "verbrauchten" Arzneimittel zahlen werden und man dem Arzt/der KV nicht das Lagerrisiko überlassen sollte. Voraussetzungen: -Die Liste mit den Fertigarzneimitteln (Inklusive Hersteller und Pckungsgröße) muss den Äzten bekannt sein. -Genau diese Arzneimittel müssten auch ( mit Aut-idem-Kreuz ) verordnet werden. -um eine (auch quantitativ ) ausreichende Versorgung sicher zu stellen, muss auch der Großhandel auf Retourengebühren verzichten. Vorteil: diese Lösung wäre grundsätzlich auch ohne Gesetzesänderung möglich. Leider müssten dafür aber Menschen vernünftig und verbindlich miteinander reden. Derartige Anläufe wurden x-fach gestartet- und immer im Frust beerdigt.

  • 11.Mai 2012, 16:11Uhr
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    #5Honorar

    Also die Ärzte werden ja sicher ein angemessenes Honorar fürs Dispensieren verlangen! Das ist ja wohl das Mindeste..

  • 11.Mai 2012, 15:53Uhr
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    #4Vorschlag:

    Notdienstapotheken (aus entsrpechendem Block) kooperieren mit den KV-Notdienst Ärzten und liefern ein "Wunschpaket" in die Notdienstpraxen. Der Arzt gibt zuvor an, was er (nach Erfahrungswert) wahrscheinlich benötigen wird, die Apotheke liefert und spart sich im Gegenzug die ewige Telefoniererei mit Arzt/anderen Apotheken, wenn mal wieder Exoten verordnet werden und man die Sachen nicht da hätte. Wenn es honoriert wird, warum nicht? Einschränkungen: nur nachts (20-6 Uhr), Positivliste für erstattungsfähigen "Notdienstbedarf" und Übernahme der Kosten durch Krankenkassen. Ärzte dürfen natürlich an den Verordnungen 0,00 EUR verdienen! Der Apotheker ist telefonisch für eine Beratung erreichbar, in der Apotheke muss er ja sowieso sein. Alle profitieren, vor allem der Patient. OK, hat jemand der KV-Leute zu verstehen gegeben, dass die Notdienstärzte am abgegebenen Arzneimittel verdienen sollen? Wenn nein, dann könnte (sollte!) so ein Vorschlag vielleicht sogar von Apothekern selbst kommen, oder nicht?

  • 11.Mai 2012, 15:22Uhr
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    #3Klasse!

    Damit wäre der Apotheken-Notdienst hinfällig. Diese Goldgrube gönnen wir Euch! Endlich sind sich Apotheker und Ärzte mal einig!

  • 11.Mai 2012, 15:23Uhr
    Community Mitglied

    #2gute idee

    ich schlage vor, dass die ärzte dann auch 30% abschlag vom verordneten und abgegebenen medikament bekommen. die sollen das ja schließlich nicht umsonst machen. da die apotheken dann ja weniger zu tun haben, sollte der notdienstzuschlag halbiert werden oder wegfallen. aber bitte liebe notärzte, mühe geben und nicht immer den verfallenen mist abgeben. und immer schön dran denken: muster sind dann wohl nicht erlaubt.

  • 11.Mai 2012, 15:05Uhr
    Community Mitglied

    #1Super!

    Ich will ja gar nicht davon reden, wie z.T. das "Dispensieren" durch manche Ärzte mit verfallenen Mustern funktioniert.. Aber gut, wenn die das wollen - dann aber konsequenterweise Befreiung der Apotheken vom nächtlichen Notdienst.