ABDA/KBV-Modell

Kassen: Keine Mitsprache für Apotheker Benjamin Rohrer, 18.10.2011 13:04 Uhr

Berlin - Bei der morgigen Anhörung zum Versorgungsstrukturgesetz (VStG) dürfte es heiß her gehen, wenn im Gesundheitsausschuss das ABDA/KBV-Modell besprochen wird. Die Krankenkassen werfen Apothekern und Ärzten vor, sich mit dem Modell zu bereichern. Der GKV-Spitzenverband fürchtet, dass die Apotheker wegen der Wirkstoffverordnung wieder ins Visier der Pharmaindustrie geraten könnten. Auch eine Beteiligung der Pharmazeuten in Entscheidungsgremien lehnt der Kassenverband ab.

„Wettbewerbsrechtlich ist das Konzept fraglich, soweit über die Apothekensoftware Produkte konkret favorisiert und abgegeben werden“, warnt der GKV-Spitzenverband in seiner Stellungnahme. Benachteiligte Hersteller könnten rechtlich gegen solche Produktselektionen vorgehen.

Auch die Idee, dass Apotheker über das Modellvorhaben mitentscheiden können, stört die Kassen: „Verfehlt ist die Erweiterung des Schiedsamtes um eine 'dritte Bank' der Apotheker. Dies würde erstmals eine Beteiligung von vereinsorganisierten Apothekerverbänden an Institutionen mit hoheitlicher Aufgabenwahrnehmung einführen“, heißt es in der Stellungnahme.

Aus Sicht der Kassen gibt es keinen ordnungspolitischen Anlass für das ABDA/KBV-Modell. Falls das Konzept doch eine Mehrheit findet, fordert der Kassenverband klare Regeln: Das Modell dürfe nur in einer Region durchgeführt werden. Die Heilberufler dürften zudem keine Vorfinanzierung der Leistungen erhalten, sondern eine nachträgliche Ausschüttung. Am besten wäre aus Sicht der Kassen, wenn die Politik Fördermittel bereit stellte und das Projekt wissenschaftlich evaluiere. Bezüglich der Schiedsstelle schlagen die Kassen vor, das Stimmverhältnis zwischen ihnen und den Leistungserbringern ausgeglichen zu gestalten.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 12 Kommentare
  • 19.Oktober 2011, 16:05Uhr
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    #12Arroganz der Irren

    Soso, "wettbewerbsrechtlich problematisch" ... und die Rabattverträge sind wettbewerbsrechtlich erste Sahne, oder ??? Leider sitzen in den Gremien der Kassen zu viele gut dotierte Politiker, als dass die Leute im Gesundheitsausschuss mal den Mut aufbringen könnten, diesen elenden GKV-Lügenbaronen das Maul zu stopfen.

  • 19.Oktober 2011, 13:10Uhr
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    #11kurz: Kranke Denkansätze machen mir Angst.

    Klar, die einzigen die zu Preis u. Leistung überhaupt was sagen können, die am Endbraucher wortreich die Arzneimitteltherapie erläutern und die einzigen sind, die mit pharmakologischem Wissen Falscheinnahmen, Doppelverordnungen, Interaktionen und alles sndere mögliche an Chaos und unnötigen Kosten verhindern, die sollen natürlich fachlich ausgegrenzt werden und mundtote Schubladenzieher sein. Aber die, denen es nur um die Kohle geht, die als Versicherer kranke und alte Menschen als teuren "Schadensfall" sehen, die wollen nicht nur mitreden - nein, die wollen sogar mit entscheiden (!). Solche Missstände müssen nicht nur endlich mal abgeschafft werden, sie müssten von unseren Berufsverbänden auch dringend mal laientauglich kommuniziert werden, denn auch Verbraucher müssen mal informiert werden, vor wem sie eigentlich Angst haben müssen, wer unnötig die Systemredsourcen auffrißt bis die Verwaltung kein Geld mehr übrig lässt für arme kranke Menschen und wer generationsfeindlich nicht neu strukturiert, sondern versucht bei einer erwarteten Kostenverdreifachung immer noch an 100% 300% einzusparen. Sperrt die bei Verhandlungen bloß aus und lasst nur Realisten rein!

  • 18.Oktober 2011, 18:23Uhr
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    #10@7

    Richtig, nach meinen Erfahrungen ist es aber genau andersrum: nur eine kleine Minderheit würde sich beteiligen, der große Rest würde "Business as usual" machen und darauf spekulieren daß verschreckte Patienten zu ihnen kommen ("bei uns bekommen Sie Ihr Rezept natürlich wie immer"). So siehts leider aus und deswegen werden wir auch immer rasiert (im Gegensatz zu den Ärzten, Zahnärzten, Lokführern usw.)

  • 18.Oktober 2011, 18:12Uhr
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    #9Absurdes Theater

    Heilberufler mir 4 Mio Kundenkontakten täglich, dem nötigen Wissen und der ( Rabattvertrags)-EDV im Kreuz. Näher am Kunden als alle Medikations-Theoretiker und Herrrmänner dieser Republik. Die sollen kein Mitspracherecht haben ? WaS FÜR EIN ABSURDES THEATER ! Angst oder nur Blödheit ? Aber eigentlich ist es nur ein Einprügeln auf eine Totgeburt.

  • 18.Oktober 2011, 17:56Uhr
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    #8zu 7

    Absolut richtig, sehe ich ganz genauso. Ich denke, dass eine Mehrzahl unserer Kollegen das ähnlich sehen wird, aber eine kleine Minderheit wird damit nicht konform gehen und damit die Kassenrezepte normal abrechnen, weil sie den Ärger nicht haben wollen. Und somit versenkt sich die Apothekerschaft mal wieder durch eine Minderheit, habe ich schon so oft erlebt. Keine Chance!

  • 18.Oktober 2011, 17:27Uhr
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    #7ich schlage vor ...

    ... eine einzige Woche GKV-Rezepte nur noch gegen Bares, und zwar bei ALLEN (!!!) Apotheken - und wir bekommen die mediale Aufmerksamkeit, die wir benötigen und verdienen! Verstößt zwar gegen die KK-Vereinbarungen, aber 22.000 Apotheken müssen erst mal vor den Kadi gezogen werden! Wenn wir uns doch nur EINMAL einig wären ... Die Ärzte bekommen das doch auch hin.

  • 18.Oktober 2011, 15:31Uhr
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    #6Merkwürdig

    " „Wettbewerbsrechtlich ist das Konzept fraglich, soweit über die Apothekensoftware Produkte konkret favorisiert und abgegeben werden“, ", wenn die Kasse den Ärzten Software aufdrängt (gegen Verzicht auf Regresse) die die Rabattfirmen der Kasse bevorzugt ist das in Ordnung? Man hat immer mehr das Gefühl daß man mit allen Mittel versucht uns zu reinen Rabattmittelabgabeautomaten mit null Mitsprache aber 100% Retaxrisiko zu degradieren während man die Ärzte schmiert und hofiert. Da wird die nächste Honorarerhöhung auf unsere Kosten bald kommen!

  • 18.Oktober 2011, 14:20Uhr
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    #5Die Hoheit über die Firma

    hat Herr Herrmann, und da hat sie gefälligst auch zu bleiben!

  • 18.Oktober 2011, 14:11Uhr
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    #4abstrus

    wo und wie sollen wir uns "bereichern"? Mir scheint, da wird mit viel Schaum vor dem Mund, Adrenalin im Blut und seeeeehr wenig Ahnung gegen Apotheker polemisiert. Ich frage mich, woher diese eklatante Abneigung gegen uns kommt. Das ist doch nicht mehr normal. Und blöd, weil auf unser Wissen bewußt verzichtet wird.

  • 18.Oktober 2011, 14:11Uhr
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    #3Das hat der Pharmazeut auch nicht gelernt

    Seine Aufgabe besteht im Abgeben. Eventuell kann er dem Patient noch erklären was der Arzt verordnet hat und warum der von dem bestimmten Hersteller abgeben muss. Der GKV-Verband ist doch den Apotheken wohl gesonnen. Er denkt schon an mögliche Folgen durch die mögliche Darstellung in der Apothekensoftware --- bei der Ärztesoftware ist er nicht so weitsichtig.

  • 18.Oktober 2011, 13:56Uhr
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    #2Der Apotheker gerät ins Visier der Pharmaindustrie ??

    Was sollen die uns denn dann RIESIGES anbieten ?? 3,15 % + Skonto Hurra, Toll, und pro 100 Packungen 1 Tüte Gummibärchen (die bekommt mein örtlicher AOK-Onkel). Das sind Einkaufs-Margen da können andere lokale Einzelhandelsgeschäfte ja nur von träumen, leider wären das Alpträume. Also "liebe" Kassenvertreter, wenn man keine Ahnung hat (oder bewußt lügt) lieber mal Fresse halten.

  • 18.Oktober 2011, 13:12Uhr
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    #1Um jeden Preis..

    soll das ABDA/KBV - Projekt zerschossen werden. -Komisch!-Wieviel Angst hat man vor der Kompetenz der Apotheker????