INSM fordert Apothekenketten Alexander Müller, 23.02.2011 12:41 Uhr
Berlin - Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) fordert eine Liberalisierung des Apothekenmarktes. „Das System ist gekennzeichnet von pauschalen und prozentualen Aufschlägen, Zuzahlungen sowie von Verhandlungs- und Zwangsrabatten. Und das verhindert vor allem eins - Wettbewerb“, sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Die zum Institut der deutschen Wirtschaft (IDW) gehörende PR-Firma hat deshalb ein Gutachten bei dem Ökonom Professor Dr. Justus Haucap in Auftrag gegeben.
Gerade im Gesundheitssystem sei es wichtig, alle Effizienzreserven zu nutzen, so Pellengahr. Mit dem Apothekenmarkt habe man einen Teil des Systems unter die Lupe genommen, in dem große Effizienzpotentiale vermutet werden. „Und gegen Ineffizienzen ist nun einmal Wettbewerb die beste Medizin. Fragwürdige Regulierungen, wie das Fremd- und Mehrbesitzverbot verhindern intensivere Konkurrenz zwischen Apotheken“, so Pellengahr.
Auch das derzeitige Vergütungssystem mit festen Arzneimittelpreisen stellt die INSM in Frage: „Klug wirtschaftende Apotheker können sich nicht durch günstige Preise von anderen Anbietern absetzen“, so Pellengahr. Die unternehmerische Freiheit des Apothekers werde damit stark eingeschränkt.
Angesichts der Probleme bei der Finanzierung einer flächendeckenden Versorgung bestehe „dringender Handlungsbedarf“, findet der INSM-Chef. Mit Haucaps Reformoption könnte eine effizientere Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln etabliert werden, ist Pellengahr überzeugt: „Wir fordern deshalb, den Apothekenmarkt weiter zu liberalisieren. Mehr Wettbewerb ist möglich.“
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