Hessen

Weidemann will Verbandschef bleiben Lothar Klein, 20.03.2017 16:20 Uhr

Berlin - Nach der Palastrevolte will Dr. Detlef Weidemann als Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes (HAV) weitermachen. Gegenüber APOTHEKE ADHOC kündigte er an, bei der anstehenden Neuwahl erneut zu kandidieren und sich auch wieder für den Chefposten zu bewerben. Mit einer aktuellen Mitteilung an die Mitglieder leitete Weidemann satzungsgemäß Neuwahlen ein. In drei Monaten könnte der neue HAV-Vorstand stehen.

Vier der sieben verbliebenen Vorstände hatten am Freitagabend ihren Rücktritt erklärt, weil sie nicht mehr hinter Weidemann stehen. Holger Seyfarth, Mira Sellheim, Miriam Oster und Cornelia Braun hatten den Verbandschef zuvor in seiner Apotheke in Wiesbaden besucht. Sie wollten ihn dazu bringen, aus persönlichen Gründen selbst von seinem Amt zurückzutreten. Da Weidemann dazu am Ende des anderthalbstündigen Gesprächs nicht bereit war, folgte der geschlossene Rücktritt seiner Vorstandskollegen. Zur Begründung hieß es, dass „die Basis einer vertrauensvollen und zukunftsgerichteten Zusammenarbeit“ mit Weidemann nicht mehr bestehe. Parallel wurde der Verbandschef zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Jetzt reagierte Weidemann mit einer Erklärung auf die Vorgänge: „Sicher erwarten Sie auch eine Stellungnahme zu den jüngsten Vorgängen im HAV-Vorstand.“ Allerdings geht Weidemann in seinem Schreiben nicht auf die Gründe für das Zerwürfnis ein. Nur so viel: Einige Vorstandsmitglieder hätten zeitgleich ihren Rücktritt erklärt.

„Dafür sieht unsere Satzung ein geregeltes Verfahren vor“, so Weidemann. Zunächst erfolge eine Wahlausschreibung mit dem Aufruf, in einer Frist von einem Monat Wahlvorschläge einzureichen. Rund drei Wochen später werde per Brief die Neuwahl erfolgen. Für die Abstimmung sei eine Frist von vier Wochen vorgesehen. „In all dieser Zeit ist unser HAV nicht führungslos“, so Weidemann: „Unsere Satzung regelt auch dies eindeutig: Verantwortung, Pflichten und Rechte liegen beim amtierenden Vorsitzenden.“

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