EU-Richtlinie

Großhändlern droht Millionenloch Alexander Müller, 11.05.2012 12:26 Uhr

Berlin - Auf die Großhändler kommt möglicherweise eine sehr kostspielige Umstellung ihrer Logistik zu: Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie soll eine lückenlose Temperaturkontrolle beim Transport eingeführt werden. Eine Fälschungsrichtlinie könnte den Aufwand zusätzlich enorm vergrößern. Insgesamt geht es um zusätzliche Kosten von bis 80 Millionen Euro. Aus den Reihen der Großhändler ertönt schon der Ruf nach einer Honorarsteigerung, ihr Bundesverband Phagro will aber öffentlich noch nicht über Geld reden.

Mit der GDP-Richtlinie (Good Distribution Practice) sollen die Großhändler verpflichtet werden, die Temperatur der Arzneimittel permanent zu kontrollieren und konstant zu halten. Die Lagerbedingungen sollen dabei den Stabilitätsprüfungen bei der Herstellung der Medikamente entsprechen. Damit liegt die Temperaturobergrenze bei 25 Grad Ceslius.

Die Großhändler und ihre Subunternehmer müssten ihren kompletten Fuhrpark umrüsten. Gerechnet wird mit Kosten von 4000 bis 5000 Euro pro Fahrzeug. Bei rund 6000 Lieferwagen würde dies einer Gesamtinvestition von bis zu 30 Millionen Euro entsprechen. Zusätzlich stiege der Benzinverbrauch wegen der Klimaanlage.

Aus Sicht des Phagro schießt die EU-Kommission mit dieser Vorgabe deutlich über das Ziel hinaus. Schließlich müssten die Arzneimittel bei Stresstest während der Herstellung über mehrere Monate Temperaturen von bis zu 45 Grad aushalten. Angesichts der kurzen Lieferzeiten der Großhändler, hält der Phagro einen vollständig temperaturgeführten Transport daher für übertrieben. Auch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) habe bereits 1989 bestimmt, dass beim Transport kurzfristig von den Lagerbedingungen abgewichen werden könne.

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Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 11.Mai 2012, 14:53Uhr
    Community Mitglied

    #3Ich seh schon wieder..

    ..eine "Temperaturrichtlinienausgleichspauschale" in der Monatsrechnung..

  • 11.Mai 2012, 14:53Uhr
    Community Mitglied

    #2

    Dieser Kommentar wurde entfernt.

  • 11.Mai 2012, 14:39Uhr
    Community Mitglied

    #1Ich weiß auch schon, wer das am Ende alles zahlt..

    ..nämlich die Apotheken, wie immer nach dem Motto: solange sich einer findet, auf den man etwas abwälzen kann, ist das alles kein Problem. Außer für Apotheken. denn da kommt nur noch der Kunde bzw. die Kasse. Und die zahlen keinen Cent. Dafür profitiern viele: Fahrzeugausrüster, Staat (Steuer, Mineralölsteuer,MWST.,). Wahrscheinlich ist das eines der Konjunkturprogramme, die uns ja blühen sollen. Und das ganze kostet den Finanzminister nichts sondern bringt sogar noch Geld. Das ist einfach genial!!!